Nach Protesten China lockert Corona-Einschränkungen

Nach den Protesten in China wendet sich die Regierung von ihrer strikten Null-Covid-Politik ab. Der Staatsrat verkündete am Mittwoch landesweite Lockerungen. Bei milden Symptomen erlaubt das Land künftig eine Quarantäne zu Hause.
PCR-Tests bei Einreise: Die Massentests wie hier am Bahnhof in Shanghai waren einer der Eckpfeiler der Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung

PCR-Tests bei Einreise: Die Massentests wie hier am Bahnhof in Shanghai waren einer der Eckpfeiler der Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung

Foto: HECTOR RETAMAL / AFP

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat China seine strikten Null-Covid-Maßnahmen etwas gelockert. Der Staatsrat verkündete am Mittwoch in Peking in einem neuen Zehn-Punkte-Plan Erleichterungen für Quarantäne, PCR-Tests und Lockdowns.

China erlaubt bei milden Corona-Fällen künftig Quarantäne zu Hause. Bei Infektionen ohne Symptome und milden Krankheitsverläufen könnten die Menschen sich zu Hause isolieren und selbst behandeln, teilt die Nationale Gesundheitskommission am Mittwoch mit. Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, können sie sich selbst in ausgewiesene Kliniken begeben.

Regierung will Produktionsausfälle vermeiden

In Nicht-Hochrisiko-Gebieten darf es künftig keine Bewegungseinschränkungen geben. Wie die Kommission ankündigt, dürfe es nicht zu Produktions- und Arbeitsausfällen kommen. Hochrisiko-Gebiete müssten in Zukunft präziser festgelegt werden und können einzelne Gebäude oder auch nur eine Etage betreffen. Bei Reisen ist kein negativer Test mehr nötig.

Unternehmen dürfen eigene Maßnahmen festlegen

Zudem will das Land den Umfang und die Häufigkeit von PCR-Tests reduzieren. Ein negativer PCR-Test sei künftig nicht mehr generell nötig – außer für Personal in Grund- und Mittelschulen, medizinische Einrichtungen, Pflegeheime oder auch Waisenhäuser, hieß es weiter. Wichtige Staatsorgane, große Unternehmen und andere spezielle Einrichtungen könnten trotzdem nach ihren eigenen Vorbeugungsplänen handeln. Die Massentests waren einer der Eckpfeiler der Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung.

Positiv auf Covid getestete Personen mussten in China bisher zur Quarantäne in zentrale Regierungseinrichtungen. Ganze Orte und Stadtteile wurden nach positiven Corona-Tests abgesperrt mit erheblichen Folgen für die Wirtschaft.

Die Regierung rückt seit den Ausschreitungen im November wegen strikter Corona-Beschränkungen zunehmend von den Maßnahmen ab. Angesichts der Proteste hatten zuletzt mehrere Großstädte wie Peking oder Shanghai bereits ihre Corona-Maßnahmen gelockert.

"Diese Änderung der Politik ist ein großer Schritt nach vorne", kommentierte Zhiwei Zhang, Chefökonom bei Pinpoint Asset Management. "Ich gehe davon aus, dass China seine Grenze spätestens Mitte 2023 wieder vollständig öffnen wird."

dri/dpa-afxp, Reuters, afp

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