Null-Covid-Strategie Chinas Industrie unerwartet stark belastet

Eigentlich wollte China in diesem Jahr ein Wachstum von 5,5 Prozent erreichen. Im zweiten Quartal betrug der Zuwachs wegen der Null-Covid-Strategie nur 0,4 Prozent, nun kippt auch noch ein wichtiges Konjunkturbarometer.
Anspruch und Wirklichkeit: Regierungsplakat "China Dream"

Anspruch und Wirklichkeit: Regierungsplakat "China Dream"

Foto: Andy Wong / AP

Unter dem Druck der strengen Null-Covid-Maßnahmen in China hat sich die Stimmung in der chinesischen Industrie im Juli unerwartet verschlechtert. Der offizielle Einkaufsmanager-Index (PMI) fiel von 50,2 im Vormonat auf nur noch 49 Punkte, wie das Statistikamt in Peking am Sonntag mitteilte. Ein solcher Wert unter der 50er-Marke auf dem wichtigen Konjunkturbarometer deutet auf einen Rückgang der industriellen Aktivität in China hin. Experten hatten eigentlich ähnlich wie im Vormonat einen Wert von knapp über 50 Punkten erwartet.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Coronavirus zu leben, verfolgt China unverändert eine Null-Toleranz-Strategie, um jeden Ausbruch im Keim zu ersticken. Die wirtschaftliche Erholung leidet unter den strikten Maßnahmen, die gegen die hochansteckende Omikron-Variante aber weniger wirksam sind.

Im zweiten Quartal wuchs die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres nur noch um 0,4 Prozent. Das war der schwächste Wert seit Beginn der Pandemie.

Eigentlich wollte die Regierung in diesem Jahr ein Wachstum von 5,5 Prozent erreichen, was aber immer weniger realistisch erscheint. Experten rechnen wegen der Covid-Restriktionen und der laufenden Immobilienkrise in China nur noch mit einem Zuwachs um rund vier Prozent.

hr/DPA
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.