Ausfuhren Chinas Exporte wachsen neunten Monat in Folge

Als habe es die Corona-Pandemie nicht gegeben: China exportiert weltmeisterlich - selbst in die USA. Trotz Strafzöllen und Handelskrieg kletterten die Ausfuhren dorthin um 75 Prozent im ersten Quartal, weltweit betrug das Plus fast 50 Prozent.
Medizinische Ausrüstung, Computer, iPhones ...: China profitiert in der anhaltenden Pandemie von einer starken Auslandsnachfrage

Medizinische Ausrüstung, Computer, iPhones ...: China profitiert in der anhaltenden Pandemie von einer starken Auslandsnachfrage

Foto: DPA

Die chinesischen Exporte sind im März wegen der weltweit anziehenden Nachfrage um fast ein Drittel gestiegen. Sie legten um 30,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, teilte das Statistikamt am Dienstag in Peking mit. Ökonomen hatten in einer Reuters-Umfrage sogar mit einem Plus von 35,5 Prozent gerechnet, nach einem Rekordzuwachs von 154,9 Prozent im Februar. Die Importe wuchsen unerwartet kräftig sogar um 38,1 Prozent.

Es war der neunte Monat in Folge mit einem Wachstum der chinesischen Ausfuhren. Die Importe legten sechs Monate in Folge zu. Für das gesamte erste Quartal ergibt sich damit ein Zuwachs der Exporte um 49 Prozent, für die Einfuhren um 28 Prozent.

"Die starke Auslandsnachfrage wird wahrscheinlich auch im zweiten Quartal anhalten, da sich die Weltwirtschaft weiter erholt", sagte Ökonom Nie Wen vom Finanzhaus Hwabao Trust. "Aber mit der Beschleunigung der globalen Impfanstrengungen werden die Industriebranchen in anderen Ländern auch allmählich wieder anlaufen." Dann bleibe abzuwarten, ob die Volksrepublik ihre hohen Wachstumsraten halten könne.

Chinas Exporte in die USA klettern um fast 75 Prozent - trotz Handelskrieg

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wird nach Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD in diesem Jahr um 7,8 Prozent wachsen, nachdem sie 2020 trotz Corona-Krise als einziges großes Land ein Plus geschafft hatte. Der Exportweltmeister profitiert in der Corona-Pandemie von der starken Nachfrage nach seinen Produkten - von medizinischer Ausrüstung bis zu Computern für das Homeoffice. Zugleich will das Reich der Mitte aber unabhängiger von der ausländischen Nachfrage werden und den Inlandskonsum stärken.

Da China das Coronavirus seit vergangenen Sommer weitgehend im Griff hat, haben sich der Alltag und die Wirtschaftsaktivitäten normalisieren können. Chinas Regierung verfolgt eine strenge Null-Covid-Strategie: Auf die wenigen kleineren Ausbrüche in den vergangenen Monaten reagierten die Behörden jeweils sofort mit Ausgangssperren, Quarantäne, Massentests und Kontaktverfolgung. Auch gibt es weiter scharfe Einreisebeschränkungen. Wer als Chinese wieder einreisen darf oder als Ausländer überhaupt ein Visum bekommt, muss nach der Ankunft mindestens zwei Wochen in eine Quarantäne.

Auch Deutschland profitiert von der kräftigen Erholung in China, seinem wichtigsten Handelspartner. Nach den Zollangaben stiegen die Importe aus Deutschland im ersten Quartal um 28,4 Prozent. China liefert um 60,5 Prozent mehr Waren nach Deutschland. Trotz des Handelskrieges mit den USA und den Strafzöllen kletterten die chinesischen Ausfuhren in die USA in den drei Monaten sogar um 74,7 Prozent. Die Importe aus den USA legten um 69,2 Prozent zu.

rei/Reuters, DPA
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