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Vor dem Votum in Großbritannien: Diese Manager warnen vor einem Brexit

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Brexit-Countdown Schotten (noch) mehrheitlich gegen Brexit

In acht Tagen stimmen die Briten darüber ab, ob sie in der EU bleiben oder die EU verlassen, also einen "Brexit" vollziehen wollen. Das Wichtigste vor dieser historischen Entscheidung hier im Überblick.

15.05 Uhr: Die Schotten, wir hatten sie bereits um 13 Uhr erwähnt, sind mehrheitlich für einen EU-Verbleib Großbritanniens. 53 Prozent wollen den Status Quo beibehalten, 32 für einen Brexit stimmen, zeigt eine Umfrage von Ipsos Mori. Vor sechs Wochen fiel das Verhältnis mit 66 zu 29 aber noch deutlicher zugunsten der EU-Befürworter aus.

14.50 Uhr: Die US-Regierung hofft auf einen Verbleib der Briten in der EU. "Es gibt einen strategischen Grund dafür", sagt Verteidigungsminister Ash Carter. Er habe darüber mit seinem britischen Amtskollegen Michael Fallon gesprochen.

13.40 Uhr: Japans Notenbank (BOJ) ist Zentralbankkreisen zufolge in ständigem Kontakt mit der EZB, um die Finanzmärkte zu beruhigen, sollten die Briten für einen Austritt aus der EU stimmen. Die BOJ sei bereit, heimischen Banken über Auktionen Dollar-Bestände anzubieten, wenn Investoren im Falle eines Brexit die US-Währung horten.

September 2014: Schottland stimmte über den Verbleib bei Großbritannien ab. Im Falle des Brexit könnte weite Teile schottischen Bevölkerung wieder ein Referendum fordern, warnt die schottische Regierungschefin

September 2014: Schottland stimmte über den Verbleib bei Großbritannien ab. Im Falle des Brexit könnte weite Teile schottischen Bevölkerung wieder ein Referendum fordern, warnt die schottische Regierungschefin

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1 3 Uhr - Sollten die Briten aus der EU austreten, könnten die Schotten ein neues Referendum über die Unabhängigkeit des nördlichen Landesteils einfordern, warnte die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon. "Es wäre ein sehr schwerer Fehler für das Vereinigte Königreich, für einen Abschied von der Europäischen Union zu stimmen." Es wäre demokratisch nicht vertretbar, sollten sich die Schotten für einen Verbleib aussprechen, die Mehrheit im Lande aber für einen EU-Abschied sein.

1 2.37 Uhr: Der britische Finanzminister George Osborne warnt nachdrücklich vor einem Brexit. "In der Situation können britische Familien nur verlieren, und das sollten wir nicht riskieren", sagte er in Ashford. "Wer das anzweifelt, braucht sich nur anzuschauen, was gerade an den Finanzmärkten passiert."

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Vor dem Votum in Großbritannien: Diese Manager warnen vor einem Brexit

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11.35 Uhr: Das Lager der Brexit-Befürworter in Großbritannien hat in groben Zügen dargelegt, wie es sich einen Austritt aus der EU vorstellt. In einem Dokument, das auf der Webseite der offiziellen Wahlkampforganisation "Vote Leave" veröffentlicht wurde, heißt es, das Land werde der Union erst 2020 endgültig den Rücken kehren. Bis dahin wollen die Brexit-Befürworter Verhandlungen über das künftige Verhältnis zwischen dem Königreich und der Rest-EU führen. Einer zeitlichen Beschränkung von zwei Jahren für die Verhandlungen, wie im Vertrag von Lissabon vorgesehen, wollen sich die Brexit-Befürworter nicht unterwerfen. Auch automatische rechtliche Folgen wie ein sofortiges Ausscheiden aus dem Binnenmarkt oder ein Stopp von EU-Fördergeldern hätte ein Brexit-Votum nicht.

11 Uhr: Sollten die Briten am Donnerstag, 23. Juni, tatsächlich für einen Abschied aus der EU Stimmen, erwarten Börsianer für Freitag, den 24. Juni, ein Beben an den Weltbörsen. Die heftigste Reaktion droht Experten zufolge an den Devisenmärkten. Nick Parsons, leitender Anlagestratege der National Australia Bank, erwartet eine Wiederholung des "Schwarzen Mittwochs". Am 16. September brach der Kurs des Pfund Sterling um 4,3 Prozent ein und die Währung fiel aus dem Europäischen Wechselkurssystem. Experten halten auch einen Fall des Pfund auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren fallen für möglich - das wäre der Fall, wenn die Währung auf knapp 1,35 Dollar abschmiert. Schon im Vorfeld geriet die Währung unter Druck. Aktuell kostet ein Pfund Sterling rund 1,41 Dollar.

10 Uhr: Großbritanniens Unternehmernachwuchs will mit der in England beliebten deutschen Wurst für den Verbleib der Briten in der EU kämpfen. Mit der Aktion "Bratwurst against Brexit" macht der Verband "Die jungen Unternehmen" an diesem Dienstag auf dem Londoner Trafalgar Square mobil gegen einen EU-Austritt Großbritanniens. Mit den deutschen Würsten wollen sie nach eigenen Angaben den Briten nicht nur symbolisch zeigen, was sie bei einem Brexit verlieren könnten. Es gehe auch um Reformen in der Europäischen Union. Der Verband fordert die junge Generation auch auf, um die Zukunft des "angeschlagenen Europas" zu kämpfen.

9 Uhr: Der weltweit zweitgrößte Triebwerksbauer Rolls-Royce empfiehlt seinen britischen Mitarbeitern in einem Brief, für einen Verbleib Großbritanniens in der EU zu stimmen. Es sei im Interesse des Unternehmens, EU-Mitglied zu bleiben, heißt es in dem Schreiben. Im Falle eines Brexits werde Rolls-Royce Entscheidungen über Investitionen in Großbritannien zunächst auf Eis gelegt.

8 Uhr: Die Gegner eines Brexits sind Buchmachern zufolge weiterhin in der Mehrheit. Die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien in der EU verbleibe, liege derzeit bei 62 Prozent, teilt der Online-Wettanbieter Betfair mit. Am Vortag hatte die Wettquote zwischenzeitlich nur 55 Prozent betragen. Damit setzen die Buchmacher und Wettbüros einen anderen Trend als die jüngsten Umfragen: In Umfragen des Instituts YouGov für die "Times" zu Wochenbeginn lagen die Brexit-Befürworter mit 46 Prozent klar vor den Brexit-Gegnern (39 Prozent).

7 Uhr: Ein Brexit würde die Engländer nach Einschätzung des DIHK-Hauptgeschäftsführers Martin Wansleben ärmer machen. "Wenn aber die Engländer die drittgrößten Kunden der Welt für uns sind und sie werden ärmer, dann haben wir auch größere Probleme, unsere Produkte nach England zu liefern", sagt Wansleben in der ARD. Dies sei das Gegenteil von einer "Win-Win-Situation". In England seien rund 2500 deutsche Unternehmen mit etwa 400.000 Beschäftigten präsent.

6 Uhr: Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, warnt vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU. "Für die Realwirtschaft würde ein Brexit kurz- und mittelfristig voraussichtlich erhebliche Wachstumseinbußen für Großbritannien nach sich ziehen, unter anderem durch die Wirkung von negativen Vertrauenseffekten und Einbußen beim internationalen Handel", sagt Schmidt der "Rheinischen Post".

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Der Brexit und seine Kinder: Welche Länder einem EU-Austritt der Briten folgen könnten

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5 Uhr: Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union wird nach Worten von Finanzminister George Osborne die Bürger teuer zu stehen kommen. Bei einem Brexit müssten die Steuern angehoben und die Ausgaben in Großbritannien gesenkt werden, warnt Osborne.

la/dpa/reuters
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