Tarciana Medeiros Brasiliens größte Staatsbank bekommt erstmals eine Chefin

Erstmals seit mehr als zwei Jahrhunderten führt eine Frau die brasilianische Staatsbank Banco do Brasil. Brasiliens neuer Präsident Lula da Silva vereidigte Tarciana Medeiros und löste damit auch ein Wahlversprechen ein.
Erstmals führt eine Frau die brasilianische Staatsbank: Finanzmanagerin Tarciana Medeiros

Erstmals führt eine Frau die brasilianische Staatsbank: Finanzmanagerin Tarciana Medeiros

Foto: ADRIANO MACHADO / REUTERS

Brasiliens größte staatliche Bank wird erstmals in ihrer mehr als 200 Jahre langen Geschichte von einer Frau geführt. Tarciana Medeiros wurde am Montag in der Hauptstadt Brasília im Beisein des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva (77) vereidigt. Ihr Vorgänger Fausto Ribeiro war während der Regierungszeit von Ex-Präsident Jair Bolsonaro (67) zum Direktor der Banco do Brasil ernannt worden. Außerdem wird auch die kleinere staatliche Bank Caixa Econômica Federal künftig von einer Frau geleitet.

Der Links-Politiker Lula hatte den rechten Amtsinhaber Bolsonaro am 1. Januar als Präsident abgelöst und ist bemüht darum, auf vielen Ebenen mit dem politischen Erbe seines Vorgängers zu brechen. Dazu gehört unter anderem die Einbindung verschiedener ethnischer Gruppen und Besetzung von Führungspositionen in Kabinett und Staatsapparat mit Frauen. So wurde mit der Indigenen-Anführerin Sônia Guajajara die erste indigene Ministerin vereidigt und eine bekannte Aktivistin zur Ministerin für die Gleichstellung ethnischer Gruppen berufen.

Der neue Präsident hebt Frauen in Führungspositionen

Lula hat sich zudem auf die Fahne geschrieben, die gewaltige Kluft zwischen armen und reichen Brasilianern zu verkleinern und die wirtschaftliche Ausbeutung des Amazonasgebiets zu stoppen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos lässt sich der Staatschef von Umweltministerin Marina Silva und Wirtschaftsminister Fernando Haddad vertreten.

Nach dem Sturm radikaler Bolsonaro-Anhänger auf das Regierungsviertel am Sonntag vor einer Woche habe er in Brasília bleiben wollen, um die Ermittlungen zu begleiten, erkärte ein Sprecher. Silva bekam am Montag in Davos Applaus für ihre Rede, in der sie erklärte, wie sich die Lula-Regierung für den Schutz der Bäume und indigenen Völker im brasilianischen Amazonasgebiet einsetzen will.

mik/dpa-AFX

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