Inflationsangst Brasilien erhöht Leitzins erneut

Sturm auf Regierungsgebäude: Brasiliens Bürger waren zuletzt zu Hunderttausenden auf der Straße. Das Leben war für viele offenbar kaum noch erschwinglich geworden. Jetzt wird klar: Die Inflation treibt die preise in Brasilien weiter an - und  Ddie Notenbank des Landes hat reagiert.
Rio de Janiero: Inflation treibt Lebenshaltungskosten in Brasilien

Rio de Janiero: Inflation treibt Lebenshaltungskosten in Brasilien

Foto: HANDOUT/ REUTERS

Brasilia - Brasiliens Notenbank setzt den Kampf gegen die steigende Inflation fort und hat den Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht. Die Währungshüter hoben die Zinsen am Donnerstag von 8,0 Prozent auf 8,5 und erklärten, dies werde dazu beitragen, die Inflation zu dämpfen. Die Teuerung hatte im Juni mit 6,7 Prozent den höchsten Wert seit 20 Monaten erreicht.

Die offizielle Zielmarke für die Inflationsrate ist zwar 4,5 Prozent. Aber die Währungshüter haben wiederholt betont, sie wollten 2013 die Teuerung unter die Vorjahrsmarke von 5,84 Prozent schleusen. Ein Problem ist derzeit die starke Abwertung der Währung Real, die Importe verteuert und so für Preisdruck sorgt. "Klares Handeln der Zentralbank hilft dabei, etwas vom Politikvertrauen in Brasilien wiederherzustellen. Aber es ist noch ein weiter Weg", sagte Analyst Robert Wood von The Economist Intelligence Unit.

Zuletzt waren Zehntausende Brasilianer gegen Korruption und Mängel im öffentlichen Nahverkehr auf die Straße gegangen. Die steigende Inflation hat sich bereits auf die Kaufkraft der Bürger niedergeschlagen, was wiederum Staatschefin Dilma Rousseff an Popularität kosten könnten - ein Jahr vor der Präsidentenwahl. Auch konjunkturell läuft es in der größten Volkswirtschaft Südamerikas nicht so rund. Der Internationale Währungsfonds kappte sein Wachstumsprognose für Brasilien 2013 jüngst von 3,0 Prozent auf 2,5 Prozent.

kst/rtr

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