Donnerstag, 14. November 2019

Geldentwertung Brasilien hebt Leitzins auf 8,0 Prozent an

Rio de Janeiro (Brasilien): Zentralbank hebt Leitzins an

Die brasilianische Notenbank hat die Zinsen um 0,5 Prozentpunkte angehoben. Die Entscheidung im geldpolitischen Ausschuss ist einstimmig getroffen worden. Sie soll helfen, den Preisauftrieb einzudämmen.

Brasilia - Die brasilianische Zentralbank hebt im Kampf gegen kräftig steigende Preise ihren Leitzins an. Die Währungshüter setzten ihn von 7,5 auf 8,0 Prozent herauf. "Die Entscheidung wird dazu beitragen, die Inflation zu drücken", teilte die Notenbank am Mittwochabend mit. Sie deutet zugleich weitere Zinserhöhungen an. Denn die Geldentwertung gefährdet den Aufschwung der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Schon im April hatte die Notenbank sich deswegen vom Rekordtief von 7,25 Prozent verabschiedet und die Zinsen erstmals seit fast zwei Jahren wieder angehoben. Höhere Zinsen machen Kredite teurer, was Konsum und Investitionen und damit auch den Preisauftrieb dämpfen kann.

Im ersten Quartal stagnierte der private Konsum nahezu, weil die Inflation an der Kaufkraft der Verbraucher nagt. Das Bruttoinlandsprodukt legte deshalb von Januar bis März 2013 nur um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu.

Nach einem Boom-Jahrzehnt wuchs Brasilien 2012 nur noch um 0,9 Prozent. Die Industriestaatenorganisation OECD erwartet in diesem Jahr ein Plus von 2,9 Prozent. Experten begrüßten den neuerlichen Zinsschritt. "Das hilft der Notenbank, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen und die Inflationserwartungen zu verankern", sagte Ökonom Alberto Ramos von Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen." Die Inflationsrate war im Mai auf rund 6,5 Prozent geklettert. Die Notenbank strebt einen Wert von 4,5 Prozent an.

kst/rtr

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