Arbeitsmarkt Stellenaufbau in den USA stärker als erwartet

Die US-Wirtschaft hat im November deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Die Arbeitslosigkeit verharrte auf niedrigem Niveau, während die Löhne stiegen. Die Notenbank Fed steht damit weiter unter Druck, die Zinserhöhungen fortzusetzen.
Stellenzuwachs: Die Notenbank Fed will die ausufernde Inflation eindämmen und mit höheren Zinsen zugleich den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen

Stellenzuwachs: Die Notenbank Fed will die ausufernde Inflation eindämmen und mit höheren Zinsen zugleich den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen

Foto: OLIVIER DOULIERY / AFP

Am Arbeitsmarkt in den USA sind im November weit mehr Stellen geschaffen worden als erwartet. Im vorigen Monat kamen 263.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft hinzu, nach aufwärts revidiert 284.000 im Oktober, wie die Regierung in Washington am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit 200.000 neuen Arbeitsplätzen im November gerechnet. Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote verharrte wie von Experten erwartet auf dem Vormonatswert von 3,7 Prozent.

Die Notenbank Fed will die ausufernde Inflation eindämmen und mit höheren Zinsen zugleich den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abkühlen. Laut Fed-Chef Jerome Powell (69) übersteigt die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot an verfügbarem Personal bei Weitem. Es gelte, die gestörte Balance wiederherzustellen. Auch das starke nominale Lohnwachstum bereitet der Fed mit Blick auf die angestrebte Inflationsrate von 2,0 Prozent Sorge. Die Stundenlöhne legten im November um 5,1 Prozent zum Vorjahr zu, nach einem Plus von revidiert 4,9 Prozent im Oktober.

Die US-Zentralbank bekämpft die Inflation in Höhe von zuletzt 7,7 Prozent mit kräftigen Zinserhöhungen und will Mitte des Monats nachlegen. Investoren erwarten nach Signalen Powells einen kleineren Zinsschritt von einem halben Prozentpunkt. Die Fed hat den Leitzins zuletzt vier Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte erhöht – auf nunmehr 3,75 bis 4,00 Prozent.

Marktteilnehmer sehen nun eine Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent, dass die Notenbank die Zinsen Mitte Dezember lediglich um 50 Basispunkte anheben wird. Vor der Veröffentlichung lag die Zahl bei 81 Prozent. Der Dax drehte am Freitagnachmittag nach der Datenveröffentlichung 0,5 Prozent ins Minus auf 14.415 Punkte. Die US-Futures weiteten ihre Verluste aus. Der Euro stürzte um 0,8 Prozent auf 1,0440 Dollar ab. An den Anleihemärkten kletterte die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries auf 3,616 Prozent.

dri/Reuters
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