Montag, 14. Oktober 2019

Ersparnisse und Schulden Bargeldverbot als Ultima Ratio

"Gedruckte Freiheit": Bargeld erlaubt ein gewisses Maß an Privatheit, denn nicht alles, was wir tun, geht den Staat, die Banken und das Internet etwas an. Es ist eine Forderung gegen die Notenbank und damit von deutlich besserer Bonität als die Forderung gegen meine Bank

3. Teil: Wir werden alle Kriminelle

Weltweit mehren sich die Stimmen, die uns vom Bargeld abringen wollen. So sei es doch viel effizienter und praktischer, nur noch elektronisch zu bezahlen. Nur Kriminelle und Steuersünder würden noch mit Bargeld bezahlen. Klartext: wer bar bezahlt, hat vermutlich Dreck am Stecken. Vorsicht!

Dabei spricht viel für Bargeld: Es erlaubt ein gewisses Maß an Privatheit, denn nicht alles, was ich tue, geht den Staat, die Banken und das Internet etwas an. Es ist eine Forderung gegen die Notenbank und damit von deutlich besserer Bonität als die Forderung gegen meine Bank. Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhoff sprach von der "gedruckten Freiheit".

So sieht es auch die Bundesbank, die sich im Rahmen einer Pressekonferenz ganz eindeutig gegen ein Bargeldverbot ausgesprochen hat. Die Börsenzeitung zitiert Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele: "Die Wahlfreiheit des Verbrauchers wird die Bundesbank nicht einschränken. Das müsste dann schon der Gesetzgeber tun."

Die bisherige Erfahrung mit dem Krisenmanagement der Regierenden macht dabei nicht optimistisch. Angesichts der ungebremsten Schuldenentwicklung und des unzureichenden Wachstums wird die Politik immer radikalere Maßnahmen ergreifen. Das Bargeldverbot passt dabei durchaus in das Konzept. Wäre es doch möglich, einen Negativzins als Strafsteuer für Sparer unmittelbar durchzusetzen und wenn dies nicht genügen sollte, gleich Vermögensabgaben umzusetzen.

Uns als Bürgern bleiben dann nur noch wenige legale Möglichkeiten des Widerstands, wie zum Beispiel Rechnungen und Steuern schon im Voraus zu bezahlen. Oder wir weichen aus: in alternative Zahlungsmittel wie Bons oder Zigaretten, in fremde Währungen oder eben doch in Gold. Das Verbot desselben wäre dann der konsequente nächste Schritt.

Diesen Text veröffentlichen wir mit freundlicher Genehmigung von Daniel Stelter, beyond the obvious .

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