Dienstag, 16. Juli 2019

Peso auf Rekordtief Argentinien bittet um schnellere IWF-Hilfen

Mauricio Macri

Der argentinische Peso ist erneut stark gefallen - auf einen historischen Tiefstand. Präsident Macri will die Märkte beruhigen und bittet nun den Internationalen Währungsfonds, die zugesagten Finanzhilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar früher auszuzahlen.

In Argentinien hat sich die Währungskrise zugespitzt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prüft nach einer Bitte der Regierung in Buenos Aires eine vorzeitige Auszahlung milliardenschwerer Finanzhilfen für das südamerikanische Land, wie IWF-Chefin Christine Lagarde am spätne Mittwochabend sagte.

Anfang Juni hatte sich Argentinien mit dem IWF auf einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar verständigt. Dafür soll das Land in den kommenden Jahren sein Haushaltsdefizit deutlich schneller abbauen.

Der Währungsverfall in Argentinien rief erneut die Notenbank auf den Plan. Die Zentralbank verkaufte zwischen Dienstag und Mittwoch 500 Millionen Dollar aus den Währungsreserven, um den Peso zu stabilisieren. Trotz der Notmaßnahme der Notenbank war die Währung des Landes am Mittwoch so wenig wert wie noch nie. Der Peso gab in der Spitze um 8,2 Prozent nach und sank auf einen historischen Tiefstand von 34,50 Peso für einen US-Dollar.

Der Peso steht wegen der hohen Inflationsrate und der schwachen Wirtschaftsentwicklung unter Druck. Die Teuerungsrate lag im Juli bei über 30 Prozent. Nicht zuletzt deshalb hat die argentinische Währung in diesem Jahr mehr als 45 Prozent an Wert verloren.


Türkei - Damoklesschwert für andere Schwellenländer?


Auch der Absturz der türkischen Lira macht sich bemerkbar. Als Folge der Turbulenzen ziehen sich viele Investoren aus anderen aufstrebenden Staaten zurück. "In der vergangenen Woche konnten wir an den Märkten einen neuerlichen Vertrauensverlust beobachten, insbesondere über unsere Finanzierungsmöglichkeiten für 2019", sagte der argentinische Präsident Mauricio Macri in einer Fernsehansprache. Die Vorziehung der IWF-Hilfen ziele darauf ab, die Unsicherheiten zu beseitigen.

rei/Reuters/dpa

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