US-Verbündeter und Deutsche-Bank-Großaktionär Arabische Koalition bricht Beziehungen zu Katar ab

Eklat am Golf - Saudi-Arabien und drei weitere Staaten haben ihre diplomatischen Beziehungen und Verkehrsverbindungen zum Nachbarn Katar gestoppt: Das Emirat unterstütze den islamistischen Terror. Mitglieder der Herrscherfamilie Katars sind Großaktionäre der Deutschen Bank
Da sah es noch gut aus für ihn: Katars Herrscher Tamim Bin Hamad Al-Thani mit US-Präsident Trump Ende Mai.

Da sah es noch gut aus für ihn: Katars Herrscher Tamim Bin Hamad Al-Thani mit US-Präsident Trump Ende Mai.

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

Vier arabische Staaten haben ihre diplomatische Beziehungen zum Emirat Katar abgebrochen - und angekündigt, den Zwergstaat praktisch vom Rest der Arabischen Halbinsel abzuschneiden. Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain werfen dem reichen Golfstaat Unterstützung des Terrorismus vor und haben ihr Vorgehen untereinander abgestimmt.

Der ehemalige Emir und der ehemalige Premier Katars sind wesentliche Großaktionäre der Deutschen Bank. Erst kürzlich wurden sie vom chinesischen Mischkonzern HNA als größter Anteilseigner abgelöst, zu dem es allerdings Verbindungen gibt.(Lesen Sie den mm-Report dazu hier)

Stein des Anstoßes ist unter anderem die Unterstützung der islamistischen Muslimbruderschaft durch Katar. Außerdem wird der Golfstaat beschuldigt, Pläne Irans zu unterstützen, Saudi-Arabiens Erzrivalen.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain kündigten am Montag an, die Verkehrsverbindungen zur See und in der Luft nach Katar einzustellen. Diplomatisches Personal werde aus dem Emirat abgezogen. Alle Bürger aus Katar wiederum sollen binnen zwei Wochen Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen.

Die Fluglinie Etihad Airways erklärte, dass alle Flüge in das Golfemirat gestrichen werden. Etihad ist die nationale Fluggesellschaft der Vereinigte Arabische Emirate. Von Dienstagmorgen an würden bis auf weiteres keine Maschinen mehr in die katarische Hauptstadt Doha fliegen, teilte Etihad mit. Kunden würden Alternativen angeboten.

Standort der US-Basis Al Udeid

In einer Erklärung der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA hieß es, Katar verbreite die Botschaften zahlreicher Terrorgruppen über seine Medien. Dazu zählten neben der Muslimbruderschaft auch al-Qaida und die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Das gefährde die Stabilität in der Region.

Sowohl Saudi-Arabien, als auch Katar sind Verbündete derUSA in der Region. In Katar liegt die Al Udeid Air Base, dort sind 10.000 US-Soldaten stationiert und das Regionalkommando der US-Streitkräfte beheimatet. Im Jahr 2022 soll Katar die Fußballweltmeisterschaft ausrichten.

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Deutsche-Bank-Großaktionär HNA: Das obskure Finanzgeflecht von Chinas Ferieninsel

Foto: World Travel & Tourism Council

US-Außenminister Rex Tillerson rief die Golfstaaten auf, ihren Streit beizulegen. Er ermuntere die Beteiligten, sich an einen Tisch zu setzen "und die Differenzen anzusprechen", sagte Tillerson in Sydney. Es sei wichtig, dass der Golf-Kooperationsrat "geeint bleibe". Der Organisation gehören neben Katar, Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten auch der Oman und Kuwait an.

Spiegel Online, soc
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