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Exzentrik-Milliardär Trump: Wüterich mit Miss-Wahl und Prachtbau

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Immobilien-Tycoon Amerikas Haudrauf- und Glamour-Milliardär Donald Trump hebt ab

Donald Trump sieht die USA zur Hölle gehen. Und er weiß angeblich, wie man das verhindern kann. Mit ihm im Weißen Haus, versteht sich. Zumindest vermuten das mehr und mehr Beobachter, die Ambitionen des Immobilien-Tycoons für die Präsidentenwahl 2016 förmlich riechen.
Von Markus Gärtner

New York - Er gilt als reiches Großmaul, als Möchtegern-Präsident, aber auch als gewiefter Immobilien-Tycoon. Donald Trump verkörpert nach insgesamt vier Pleiten und den darauf folgenden Erholungen als Ikone den amerikanischen Traum. Doch den sieht er derzeit wie eine Seifenblase zerplatzen.

Daher hat der exzentrische Milliardär mit der Schwäche für schöne Frauen seinem Frust über die bedauerliche Lage der Nation jetzt wieder ordentlich Luft gemacht. "Die USA gehen zur Hölle", wettert er in einem Interview mit dem Des Moines Register. Trump zieht darin - wie schon so oft - über Barack Obama her, den er für einen entscheidungsschwachen, richtungslosen Weichei-Präsidenten hält.

Gegenüber Russland und China müssten die USA einen härteren Kurs fahren und es sollten nicht so viele Arbeitsplätze ausgelagert werden, so der streitlustige Mogul. Den jüngsten Arbeitslosenzahlen, die in den vergangenen Monaten eine leichte Besserung am Arbeitsmarkt signalisieren, traut Trump nicht über den Weg. Er hat sie gelegentlich als "unglaublich" und als "Affentheater" bezeichnet, weil Millionen von Amerikanern, die sich entgeistert vom Arbeitsmarkt abgewandt haben, nicht mitgezählt würden. "Ich kann das zurecht biegen", verspricht "der Donald" in seinem Interview. Er wisse, wie man China daran hindern könne, "den USA die Butter vom Brot zu stehlen." Alles, was die USA bräuchten, sei ein Präsident, der weiß was zu tun ist.

Trump: Snowden ist ein schrecklicher Verräter"

Trump inszeniert seine Kontroversen. Und meistens zettelt er sie auch selbst an. Den flüchtigen Edward Snowden, dem die Enthüllung der US-Ausspähung selbst von Verbündeten zu verdanken ist - die auch in Deutschland für großen Unmut sorgt - bezeichnet Trump schlicht als "Verräter." In einem Interview mit dem TV-Sender Fox News gab er seine Analyse so zum Besten: "Ich denke, Snowden ist eine schlimme Gefahr, er ist ein schrecklicher Verräter, und Sie wissen was wir mit solchen Leuten in den guten alten Zeiten gemacht haben, als Amerika ein starkes Land war ..." Auf den Hinweis des Moderators, "man hat sie getötet", gab Trump sarkastisch zurück, "er schadet Amerika."

Kaum eine Chance zur eigenen Profilierung lässt der berühmte Toupetträger aus. Als am 1. März die umstrittenen Zwangseinsparungen im US-Haushalt einsetzten, und Obama die Touren durch das Weiße Haus für private Besucher aus Kostengründen strich, bot der Provokateur Trump eilig an, bei der Finanzierung zu helfen. Der Löwenanteil an den Kosten von wöchentlich rund 74.000 Dollar wird vom Sicherheitspersonal der US-Geheimdienste verursacht. "Wir können nicht durch Privatleute den Geheimdienst finanzieren lassen", wies Obama-Berater Dan Pfeifer die Trump-Offerte für eine Subvention der Führungen zurück.

Mit Obama hat es Trump schon seit Jahren. Selbst als der Präsident die hartnäckigen Gerüchte, er sei in Wirklichkeit in Kenya geboren, mit einer Kopie seiner Geburtsurkunde beenden konnte, legte Trump noch einmal nach. Das Dokument sei eine "Fälschung." Dann bot Trump dem Präsidenten an, fünf Millionen Dollar für eine wohltätige Organisation zu spenden, falls Obama seine College-Zulassung und seinen Pass offenlege. Erst kürzlich legte sich der Immobilienmogul, der sein Image seit Jahren mit der TV-Serie "Du bis gefeuert" sorgsam pflegt, mit Danny Zuker an.

"Präsident Obama, Sie sind gefeuert"

Zuker ist Produzent und Autor der mehrfach ausgezeichneten TV-Komödie "Modern Family" im Rundfunk-Network ABC. Der Hintergrund: Im März hatte sich Zuker über die Einschaltquoten von Trumps TV-Serie "The Apprentice" ("Der Lehrling") mokiert. Das hat ihm der publicity-bessessene Selbstdarsteller Trump nicht verziehen. Modern Family werde von einem Schwachkopf geschrieben, polterte Trump. Es hat ihn offenbar schwer gekränkt, dass Zuker ihn der Heuchelei bezichtigte: Zuker hatte kritisiert, dass Trump China zwar ständig als Zerstörer der US-Wirtschaft darstellt, aber seinen Namen einer Mode-Kollektion des Kaufhauses Macy's in China gibt.

Die Volksrepublik hat Trump wiederholt angeklagt, den USA im Irak das Öl unter der Nase wegzuschnappen. "Wie können unsere politischen Führer in Washington so etwas erlauben", zetert Trump, "wir geben im Irak 1,5 Billionen Dollar aus, wir beklagen Tausende von toten Soldaten, wir zerstören das Land, aber China ist dort, um sich all das Öl zu sichern."

Gerne hätte es Trump dem Präsidenten auch in einem Video der Republikaner im vergangenen Jahr während des Wahlkampfes für die zweite Amtszeit gezeigt. Beim Nationalkonvent der gegnerischen Konservativen sollte ein Kurzfilm laufen, in dem Trump einem Schauspieler, der von hinten wie Obama aussieht, die rote Karte zeigt: "Präsident Obama, Sie sind gefeuert", wäre dort zu hören gewesen. Die Republikaner fanden das Video aber "zu kontrovers" und verzichteten darauf.

Was treibt den Mann, der mehrmals verheiratet war und mehrere Bücher - auch über sich selbst - geschrieben hat, in jüngster Zeit noch dicker als sonst aufzutragen? Die New York Post meinte vor wenigen Tagen auf ihrer Klatsch-Seite, eine Antwort gefunden zu haben. "Trump prüft eine Kandidatur für 2016." Trump-Berater Michael Cohen kommentierte die Schlagzeile mit einer Errklärung, die zumindest teilweise als Bestätigung gesehen wird: "Wir haben die Untersuchung in Auftrag gegeben, und wir haben die Million Dollar für die Umfrage nicht hingeblättert, damit die Zahlen auf meinem Regal verstauben, Herr Trump hat noch keine Entscheidung über eine Kandidatur getroffen, aber er ist genau das, was dieses Land jetzt braucht." Bei den Republikanern sieht man die möglichen Ambitionen des Baulöwen mit gemischten Gefühlen.

Kritiker unter den Konservativen haben Trump im Verdacht, politischen Ehrgeiz zur Schau zu tragen, um die Marke Trump zu befördern und den Wert seiner Immobilien zu erhöhen. Gelegentlich gibt es auch harsche Kritik an dem Unternehmer: "Trump ist nicht glaubwürdig, er ist nicht überzeugend, er ist nicht talentiert und er hat keine Erfahrung: Er hat nichts außer viel Geld und ein großes Mundwerk", soll der Medienstratege für die vorerst letzte erfolgreiche Republikanische Präsidentschafts-Kandidatur 2004, Mark McKinnon, gesagt haben. Trump hatte bereits 2011 mit einer Kandidatur für das Weiße Haus öffentlich geliebäugelt. Doch viele Wähler waren gegenüber Trumps politischer Erfahrung und seinen Werten skeptisch.

Trump baut seinen nächsten Trump-Tower

Zumindest als Unternehmer hat er - trotz einer Serie von Pleiten seiner Firmen - aber schon gezeigt, dass er ein gutes Gespür hat, und dass er die Ärmel hochkrempeln kann. Als New York bei der Renovierung seiner Eisbahn im Central Park sowohl das Budget als auch den zeitlichen Fahrplan zu überschreiten drohte, rief Trump den Bürgermeister an und versprach, den Job zügig und mit weniger als den veranschlagten Kosten zu erledigen. Das Versprechen wurde prompt eingelöst.

Trump nutzt die stark korrigierten Immobilienpreise in Nordamerika derzeit für ein paar neue Großprojekte. In Washington will er die historische alte Post-Zentrale ab Anfang 2014 in ein Luxushotel mit 260 Zimmern umwandeln, inklusive Toprestaurants, Edel-Spa und großzügigen Konferenzräumen. In Vancouver baut er zusammen mit Tochter Ivanka den zweiten Trump-Tower, nach seinem ersten Hochhaus in Toronto, das im April eröffnete und von niedrigen Belegunsgsraten sowie rechtlichen Auseinandersetzungen geplagt wird.

Trotz der Korrektur, die gerade in Vancouver, einem der teuersten Standorte der Welt, eingesetzt hat, bezeichnet der CEO von Trumps Developer, Joo Kim Tiah, den neuen Turm als "Gelegenheit, die man nur einmal im Leben hat." Auch in diesem Turm sollen die Schönen und Reichen dieser Welt verwöhnt werden: Champagner-Lounge, Edelrestaurants, ein Boutique-Spa sowie Vancouvers erster Pool-Nachtclub sollen die Anziehungspunkte sein.

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