Samstag, 25. Januar 2020

Teilabkommen wird in Washington unterzeichnet Was Sie über den Handelsstreit zwischen USA und China wissen sollten

Seit zwei Jahren im Clinch: US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping.
Jonathan Ernst/ REUTERS
Seit zwei Jahren im Clinch: US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping.

In Washington unterzeichnen die USA und China am heutigen Mittwoch ein erstes Teilabkommen in ihrem Handelsstreit. Es ist möglicherweise der Beginn vom Ende des Konflikts. Aber was wird eigentlich vereinbart? Und welche Punkte sind weiterhin offen? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Worum geht's überhaupt?

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China läuft inzwischen bereits seit etwa zwei Jahren. Schon im Wahlkampf 2016 hatte sich der spätere US-Präsident Donald Trump kritisch über das aus seiner Sicht zu große Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten gegenüber der Volksrepublik geäußert. Anfang 2018 begann der inzwischen gewählte Trump dann, immer heftiger gegen das angebliche Ungleichgewicht zu wettern und Strafzölle auf verschiedene Importe aus China zu verhängen. Peking reagierte seinerseits mit ähnlichen Maßnahmen.

Tatsächlich übersteigen die Importe der USA aus China die Exporte, die die Vereinigten Staaten in Richtung Fernost verlassen, bei weitem. 2018 beispielsweise standen Einfuhren aus China in die USA im Wert von insgesamt 539,5 Milliarden Dollar Ausfuhren in die entgegengesetzte Richtung im Wert von 120,3 Milliarden Dollar gegenüber. Daraus resultiert ein Handelsdefizit der USA gegenüber China in Höhe von sagenhaften 419,2 Milliarden Dollar - ein bis dato nicht erreichter Rekordwert.

Zum Vergleich: Gegenüber der Europäischen Union betrug das Defizit der Amerikaner 2018 knapp 170 Milliarden Dollar, ebenfalls ein Allzeithoch. Jüngste Daten, über die Bloomberg berichtete, zeigen allerdings, dass das US-Handelsdefizit im Jahr 2019 offenbar erstmals seit Langem rückläufig war.

Donald Trump, bekannt für sein "America first"-Mantra, dürfte das allerdings kaum hinreichend beruhigen. Der US-Präsident, für den Jobs in den Vereinigten Staaten erklärtermaßen oberste Priorität haben, fordert von Peking eine stärkere Öffnung seiner Märkte. Trumps Kalkül dabei ist klar: Wenn mehr US-Produkte in Fernost abgesetzt werden, ist das gut für die US-Wirtschaft und damit auch den US-Arbeitsmarkt.

In der Realität haben Trumps Zölle allerdings auch negative Auswirkungen auf die US-Wirtschaft. Vor allem tragen sie zur Erhöhung der Beschaffungskosten US-amerikanischer Unternehmen sowie zum Anstieg des gesamten Preisniveaus in den USA bei, wie Vertreter der US-Regierung inzwischen auch öffentlich eingeräumt haben.

Der Warenaustausch zwischen den USA und China ist indes nicht das einzige Thema, an dem sich US-Präsident Trump reibt. Weitere Streitpunkte sind Verstöße gegen Urheberrechte und Verletzungen geistigen Eigentums sowie hohe staatliche Subventionen, mit denen China seinen heimischen Unternehmen in den Augen Washingtons einen unzulässigen Wettbewerbsvorteil auf den Weltmärkten verschafft.

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