Sonntag, 26. Januar 2020

Senatorenwahl in Alabama hat begonnen Warum Roy Moore Donald Trump blamieren kann

Kandidat Roy Moore: Der Colt sitzt locker

Nach einem aufgeheizten Wahlkampf hat im US-Bundesstaat Alabama die wichtige Nachwahl um einen Sitz im Senat begonnen. Zur Abstimmung stehen der umstrittene Republikaner Roy Moore (70) und der Demokrat Doug Jones (63), ein ehemaliger Staatsanwalt.

Bei der Wahl steht für die Republikaner um Präsident Donald Trump viel auf dem Spiel. Verliert Moore, schrumpft ihre ohnehin knappe Senatsmehrheit auf nur eine Stimme.

Kandidat Moore ist wegen seiner extremen Positionen aber selbst in den eigenen Reihen umstritten. Mehrere Frauen beschuldigen ihn zudem, sie in den siebziger und achtziger Jahren sexuell belästigt zu haben. Eine von ihnen war damals erst 14 Jahre alt. Moore weist die Anschuldigungen zurück. In ihrem Politik- und Kommunikationsstil sind sich Trump und Moore sehr ähnlich, und auch Trump hatte vor der US-Präsidentschaftswahl mit sexuellen Übergriffen auf Frauen geprahlt - ein Thema, das er später als "lockerroom talk" abtat.

Mehrere Republikaner in Washington waren auf Distanz zu dem heute 70-Jährigen Moore gegangen. Trump erklärte dagegen nach anfänglicher Zurückhaltung seine Unterstützung für Moore. Er malte als Konsequenz einer Niederlage negative Auswirkungen für seine politische Agenda an die Wand.

In einer kurz vor der Wahl erschienene Umfrage der Monmouth Universität kamen beide Kandidaten auf je 46 Prozent der Stimmen. In einigen Erhebungen lag Moore vorne, in anderen Jones.

Die Nachwahl in Alabama war durch den Wechsel des früheren Senators Jeff Sessions an die Spitze des Justizministeriums notwendig geworden. Eigentlich ist der Staat mit seinen rund 4,8 Millionen Einwohnern ein traditionell sicheres Rennen für die Republikaner. Durch den Streit um Moore ist die Wahl aber viel offener als sonst.

la/dpa-afx

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