Donnerstag, 27. Februar 2020

Ost-Ukraine Russischer Hilfskonvoi rollt auf ukrainische Grenze zu

Russischer Konvoi: Während die Wagen Richtung Greze rollen, geht der Streit zwischen Moskau und Kiew weiter

Der Hilfskonvoi für die krisengeschüttelte Ostukraine rollt nach russischen Angaben zur Grenze. An der Grenze soll ihn das Internationale Rote Kreuz übernehmen. Die Regierung in Kiew verlangt ein Umpacken der Hilfsgüter auf "neutrale" Fahrzeuge.

Moskau / Berlgorad - Die rund 280 Lastwagen hätten sich von ihrem Nachtlager in der Stadt Woronesch aus in Bewegung gesetzt, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti am Mittwoch. Nahe der Stadt Belgorod an der Grenze sollten die Güter an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben werden.

Streit gab es zuletzt um die Details. Die Ukraine verlangte ein Umpacken der rund 2000 Tonnen Hilfsgüter auf "neutrale" Fahrzeuge. Russland kritisierte dies als "Hinhaltetaktik". Die Zeit dränge für die Hilfe, die an diesem Donnerstag in Lugansk ankommen soll. In der Stadt sind rund 250.000 Einwohner seit elf Tagen ohne Versorgung.

Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge sind aber alle Einzelheiten abgesprochen. Moskau habe einer Forderung aus Kiew zugestimmt, dass an der Grenze ukrainische Kennzeichen an den Fahrzeugen montiert würden. Zudem sollten Rotkreuz-Mitarbeiter die Führung der etwa drei Kilometer langen Kolonne übernehmen.

Russland sei einverstanden, dass der Konvoi - wie von der Ukraine gefordert - zum Übergang Schebekino fahre, obwohl es ein Umweg sei, sagte Lawrow.

Die prowestliche Führung in Kiew befürchtet, dass Moskau unter dem Deckmantel einer Hilfsaktion Waffen für Separatisten einschmuggeln könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow nennt den Vorwurf "absurd".

In Moskau wurden bei einer nicht erlaubten Gedenkveranstaltung für zivile Opfer des Ukraine-Konflikts insgesamt 25 Demonstranten und Störer festgenommen. Zahlreiche Menschen hatten vor der ukrainischen Botschaft Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Störer beschimpften die Teilnehmer aber als "Verräter" und "Faschisten".

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