Lufthansa betroffen Russland erwägt Überflugverbot für europäische Airlines

Russland erwägt als Reaktion auf die EU-Sanktionen, die Überflugsrechte für europäische Fluggesellschaften zu beschneiden. Für Lufthansa und British Airways, die regelmäßig über Sibirien gen Asien fliegen, käme ein Überflugverbot teuer.
Lufthansa-Maschine: Allein die Lufhansa nutzt 180 Mal pro Woche den sibirischen Luftraum

Lufthansa-Maschine: Allein die Lufhansa nutzt 180 Mal pro Woche den sibirischen Luftraum

Foto: Boris Roessler/ dpa

Moskau/Berlin - Im Verkehrs- und im Außenministerium werde geprüft, ob Flüge über russischem Gebiet eingeschränkt oder gar verboten würden, berichtete die Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Dienstag unter Berufung auf eine nicht näher bezeichnete Person. Beschränkungen bei der Nutzung der Transsibirien-Route würden die Flugzeit nach Asien erhöhen und damit die Treibstoffkosten in die Höhe treiben.

Für Lufthansa (Kurswerte anzeigen) , British Airways  und Air France-KLM  könnten sich die Einbußen dem Bericht zufolge bei einem drei Monate währenden Verbot auf rund eine Milliarde Euro summieren. Europäische Airlines gerieten damit im Wettbewerb mit asiatischen Fluglinien und den Golf-Airlines auf den lukrativen Routen nach Fernost ins Hintertreffen.

Das russische Verkehrsministerium wie auch die Zivilluftfahrtbehörde wollten sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Auch die Lufthansa, die allein für 180 Flüge pro Woche den sibirischen Luftraum nutzt, wie auch das Bundesverkehrsministerium und British Airways lehnten eine Stellungnahme ab.

Beschränkungen der Überflugsrechte würden dem Zeitungsbericht zufolge allerdings nicht nur europäische Gesellschaften treffen. Auch die heimische Fluggesellschaft Aeoroflot müsse dann mit Einbußen rechnen, weil sie von den europäischen Airlines Gebühren von rund 300 Millionen Dollar pro Jahr für den Überflug erhalte.

la/dpa