Dienstag, 23. Juli 2019

Entwurf fällt durch EU-Parlament lehnt CO2-Markt-Reform ab

Kohlekraftwerk in Brandenburg: Der Preis für Verschmutzungsrechte bleibt vorerst weiter günstig

Das EU-Parlament lehnt die Reform des Handels mit CO2-Zertifikaten ab. Es spricht sich dagegen aus, die Emissionszertifikate wegen sinkender Preise zu verknappen. Aktien der Energiekonzerne RWE und Eon reagieren mit Verlusten.

Straßburg - Das Europäische Parlament hat das umstrittene Eingreifen der Politik in den Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten überraschend abgelehnt. Die Abgeordneten stimmten in Straßburg mit knapper Mehrheit gegen den Gesetzentwurf der EU-Kommission, der einen zeitweisen Entzug von Verschmutzungsrechten aus dem Markt vorsieht.

Der federführende Umweltausschuss hatte im Februar knapp dafür gestimmt. Ziel der Verordnung ist es, die stark gesunkenen Preise für CO2-Zertifikate wieder in die Höhe zu treiben. 900 Millionen Zertifikate sollten vorübergehend zurückgehalten und Unternehmen damit unter Druck gesetzt werden, in klimafreundliche Technik zu investieren. Die Gegner der Verknappung halten den Eingriff nicht für notwendig und warnen vor zu hohen Belastungen der Industrie.

Das Parlament muss jetzt Verhandlungen mit den EU-Mitgliedstaaten über den Gesetzentwurf aufnehmen. Die große Mehrheit der Staaten ist für den Schritt, der den darbenden Emissionshandel beleben soll. Vor allem Polen mit seiner von Kohle abhängigen Energiewirtschaft ist aber strikt dagegen, an der Preisschraube zu drehen.

Das größte EU-Land Deutschland hat bisher noch keine Position bezogen, weil Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gegen den Markteingriff ist, Umweltminister Peter Altmaier (CDU) aber dafür.

Aktien der Energiekonzerne in Deutschland reagierten mit deutlichen Abschlägen auf die Entscheidung des Eu-Parlaments. Titel von Eon Börsen-Chart zeigen sackten um 4,43 Prozent ab und RWE Börsen-Chart zeigen verloren gegen Mittag rund 3,80 Prozent. Am Vortag hatten sie noch erfolglos ihren exponentiellen 200-Tage-Durchschnitt getestet.

rei/rtr/dpa-afx

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