Montag, 19. August 2019

Euro-Krise Zyperns Finanzminister Michalis Sarris wird abgelöst

Rücktritt erwartet: Zyperns Finanzminister Michalis Sarris

Neuer Abschnitt im Rettungs-Drama um die Mittelmeerinsel: Zyperns Finanzminister Michalis Sarris ist zurückgetreten. Sein Nachfolger steht bereits fest.

Nikosia - Der Finanzminister von Zypern, Michalis Sarris, tritt zurück. Zyperns Arbeitsminister Harris Georgiades wird neuer Finanzminister des krisengeplagten Euro-Landes. Das teilte die Regierung in Nikosia am Dienstag mit. Georgiades werde am Mittwoch den Amtseid ablegen.

Der Rücktritt von Sarris sei von Präsident Nikos Anastasiades angenommen worden, bestätigte Regierungssprecher Christos Stylianides. Als Grund nannte Sarris die Untersuchungen der neu eingesetzten Kommission, die Hintergründe der Bankenkrise unter die Lupe nimmt.

Bereits während der Moskau-Reise von Sarris in der vorletzten Woche hatte es Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt gegeben, schreibt die Zeitung "Politis". Außerdem habe das Oberhaupt der einflussreichen orthodoxen Kirche, Erzbischof Crysostomos II. wiederholt den Rücktritt des Finanzministers gefordert.

Bankenchefs entlassen

Ein Rücktritt von Sarris wäre eine weitere Personalie von mehreren, die im Zuge der Zypern-Rettung in den vergangenen Tagen stattgefunden haben. So hatte die Geldgeber-Troika Zyperns und die Regierung des kleinen Krisenstaates schon vor Ostern beschlossen, die Vorstände der beiden großen zyprischen Banken, der Banc of Cyprus und der Laiki Bank, zu entlassen.

Mit der Entlassung der Vorstände der beiden Banken soll ihre Sanierung erleichtert werden, hieß es. Die Zentralbank hatte zuvor einen Insolvenzverwalterin für die Laiki Bank und einen Verwalter für die Bank of Cyprus eingestellt.

Am Dienstag war bereits der Verwaltungsratschef der Bank of Cyprus, Andreas Artemi, zurückgetreten. Er sei mit der Zwangsabgabe von bis zu 40 Prozent nicht einverstanden, berichtete der zyprische Rundfunk. Informationen über einen Rücktritt des Chefs der Notenbank, Panikos Demetriades, wurden indes nicht bestätigt.

krk/dpa

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