Finanzbranche EU will Banker-Boni auf Höhe des Fixgehaltes deckeln

Die Europäische Union steuert auf eine strikte Begrenzung von Banker-Boni zu. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vorgeschlagen, sofort in Cash auszahlbare Boni für Topmanager von Banken auf die Höhe ihres Fixgehaltes zu beschränken. Bislang übertreffen die Boni häufig das Fixgehalt deutlich.
Himmelwärts: Hohe Boni (im Bild Londoner Bankenviertel) sind mit Schuld an der Finanzkrise, weil sie Risiken belohnen und damit falsche Anreizesetzen

Himmelwärts: Hohe Boni (im Bild Londoner Bankenviertel) sind mit Schuld an der Finanzkrise, weil sie Risiken belohnen und damit falsche Anreizesetzen

Foto: © Luke MacGregor / Reuters/ Reuters

Brüssel - Die Mitgliedsstaaten hätten sich auf eine von Deutschland vorgeschlagene Lösung verständigt, sagten EU-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach ist die Basis dafür ein Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble von Ende August.

Schäubles Eckpunkte seien nun die Position der EU-Staaten für die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, die am Montag fortgesetzt werden. Bisher übertreffen die Boni das Fixgehalt oft um ein Vielfaches. Die Einigung könnte den Auftakt für einen Schlussspurt in den stockenden Gesprächen über schärfere Kapitalvorschriften für die Finanzbranche geben.

Die neuen Regeln sollen eigentlich wie international unter dem Schlagwort "Basel III" verabredet zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden. EU-Abgeordnete und Mitgliedsstaaten sind sich bislang jedoch in so vielen Punkten der europäischen Eigenkapitalrichtlinie uneins, dass dieser Termin kaum mehr einzuhalten ist.

Großbritannien lehnt Begrenzungen für Boni strikt ab

Die Banker-Boni gehören zu den strittigsten Fragen. Schäuble hat Ende August vorgeschlagen, "sofort in Cash auszahlbare Boni für Top-Manager in Banken maximal auf die Höhe ihrer Fixvergütung" zu beschränken. Zudem könne man langfristige variable Vergütungen von der Zustimmung eines großen Teils der Anteilseigner ihres Arbeitgebers abhängig machen. Weitere Details nannte er nicht.

Mit dem Vorschlag preschte er aber unter den Mitgliedsstaaten vor und ging auf das Parlament zu, das gleichfalls Boni nur in Höhe des Gehalts erlauben will. Großbritannien lehnt Begrenzungen bislang ab. Die EU hat bereits seit längerem festgelegt, dass Boni nur zu einem Viertel in bar ausgezahlt werden und der Rest beispielsweise über Aktien-Zuteilungen stärker mit dem Gesamterfolg des Unternehmens verknüpft wird.

Hohe Bonuszahlungen gelten als Mitverursacher der Finanzkrise, weil sie die Banker für riskante Geschäfte belohnt und damit die falschen Anreize gesetzt haben.

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