Chronologie Wie Deutschland den Hellenen bisher half

Seit fast drei Jahren ist Griechenlands Finanzmisere in der deutschen Politik ein Thema. Mehrfach hat die EU mit Deutschlands Unterstützung den Griechen unter die Arme gegriffen. Die wichtigsten Entscheidungen im Überblick.
Proteste in Athen: Zwei über hundert Milliarden Euro schwere Hilfspakete haben die Griechen bisher erhalten

Proteste in Athen: Zwei über hundert Milliarden Euro schwere Hilfspakete haben die Griechen bisher erhalten

Foto: REUTERS

Hamburg - Nach der Bekanntgabe eines deutlich höheren Haushaltsdefizits und der Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagenturen entschloss sich Europa Anfang 2010 zur Unterstützung Athens. Die wichtigsten Stationen und Entscheidungen bis heute:

25. März 2010: Die Staats- und Regierungschefs des Euroraums einigen sich auf ein 110 Milliarden Euro schweres Hilfspaket für Athen in Form bilateraler Kredite. Der deutsche Anteil beträgt 22,4 Milliarden. Am 2. Mai schließt Griechenland mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Kommission eine Vereinbarung über die Details.

7. Mai 2010: Bundestag und Bundesrat verabschieden das deutsche Gesetz zur Griechenland-Hilfe. Am selben Tag einigen sich die Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel darauf, dass ein Euro-Rettungsschirm eingerichtet werden soll.

12. Mai 2010: Der IWF zahlt eine erste Kredittranche an Athen aus. Am 18. Mai überweisen auch die Euroländer Geld an Griechenland. Die zweite Auszahlung folgt im September.

21. Mai 2010: Bundestag und Bundesrat geben grünes Licht für die deutsche Beteiligung am Rettungsschirm EFSF. Am 7. Juni wird die Zweckgesellschaft offiziell gegründet.

Dauerhafter Rettungsschirm und Schuldenschnitt

29. Oktober 2010: Die Staats- und Regierungschefs beschließen, dass ein dauerhafter Rettungsschirm eingerichtet werden soll. Die nötigen Vertragsänderungen werden im Dezember beschlossen.

2011: Während am neuen, dauerhaften Rettungsschirm ESM gebastelt wird, folgen weitere bilaterale Auszahlungen an Griechenland.

29. September 2011: Der Bundestag stimmt einer Ausweitung des EFSF zu, am nächsten Tag folgt die Zustimmung des Bundesrats. Damit liegen die deutschen Garantien für den EFSF nun bei rund 211 Milliarden Euro.

26. Oktober 2011: Die Eurostaaten einigen sich mit Vertretern der Finanzbranche grundsätzlich auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland.

130 Milliarden Euro im Paket

20. Februar 2012: Die Eurogruppe einigt sich auf ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Dieses soll nicht wie das erste über bilaterale Kredite, sondern über den EFSF laufen. Athen soll maximal 130 Milliarden Euro an neuen Krediten bekommen.

27. Februar 2012: Der Bundestag winkt das zweite Hilfspaket für Griechenland durch, mit dem sich Athen auch zur Einhaltung von Spar- und Reformzielen verpflichtet.

24. August 2012: Der neue griechische Ministerpräsident Antonis Samaras besucht Berlin und wirbt für eine Lockerung der Auflagen: Sein Land brauche "Zeit zum Atmen".

9. Oktober 2012: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besucht Athen.

wed/dapd