Weltwirtschaftsaussichten IWF blamiert Europa und USA als Konjunkturbremse

Sinkendes Wachstum in Amerika, Asien, Europa - überall auf der Welt: Der IWF hat seine Konjunkturprognose für dieses und nächstes Jahr drastisch gesenkt. Grund sei die Kippelwirtschaft in Europa und den USA. Deshalb wurden auch die Aussichten für Deutschland eingestampft.
Arbeiter in Frankfurt am Main: Aussichten für die kommenden Monate gedämpft

Arbeiter in Frankfurt am Main: Aussichten für die kommenden Monate gedämpft

Foto: Arne Dedert/ dpa

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht von einer schwachen Entwicklung der Weltwirtschaft aus. Für 2012 und 2013 setzte der IWF seine Wachstumsprognosen für viele Industrie- und Schwellenländer nach unten. Die Wachstumsaussichten hätten sich angesichts größerer Risiken verschlechtert, teilte der Währungsfonds in Tokio vor Beginn der dortigen Jahrestagung von IWF und Weltbank mit. Die gesamte Weltwirtschaft dürfte demnach 2012 um 3,3 Prozent und 2013 um 3,6 Prozent wachsen. Das sind 0,2 beziehungsweise 0,3 Punkte weniger als der IWF im Juli genannt hatte.

Die Industrieländer dürften dieses und nächstes Jahr im Schnitt um 1,3 Prozent (2012) und 1,5 Prozent (2013) wachsen. Der IWF korrigierte seine Prognosen um 0,1 und 0,3 Punkte nach unten. Besonders deutlich reduziert wurden die Prognosen für die Euro-Länder Italien und Spanien sowie Großbritannien. Für Deutschland wurde der Ausblick für 2013 spürbar um 0,5 Punkte auf 0,9 Prozent gesenkt. Das stärkste Wachstum unter den Industriestaaten wird für die USA mit 2,2 Prozent (2012) und 2,1 Prozent (2013) prognostiziert. Der Euroraum dürfte indes 2012 um 0,4 Prozent schrumpfen und 2013 nur leicht um 0,2 Prozent wachsen.

Für die Schwellenländer nennt der Währungsfonds durchschnittliche Raten von 5,3 Prozent (2012) und 5,6 Prozent (2013). Das sind 0,3 und 0,2 Punkte weniger als noch im Juli. Besonders stark wurde die Prognose für Indien zurückgenommen. Nur leicht reduziert wurde indes die Projektion für China.

Als größte Wachstumsrisiken für die Weltwirtschaft nennt der IWF eine Eskalation der Euro-Schuldenkrise und die sogenannte "Fiskalische Klippe" in den USA. Darunter versteht man das drohende Auslaufen zahlreicher Steuererleichterungen und automatische Ausgabenkürzungen zur Jahreswende 2012/13. Deren Volumen ist derart umfangreich, dass Experten die Gefahr einer abermaligen Rezession sehen, sollte sich die US-Politik nicht zeitnah auf eine zumindest partielle Verlängerung verständigen.

kst/dpa/rtr
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