Montag, 18. November 2019

Prognose Euro-Zone auf Schrumpfkurs

An Strahlkraft verloren: Die Folgen der Schuldenkrise werden die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone weiter drücken

Die Wirtschaft in der Euro-Zone steckt in der Rezession und wird nach einer Prognose auch nicht so schnell wieder wachsen. Das Ifo-Institut und andere Forscher sagen für die Währungsunion sinkende Einkommen und damit auch rückläufige Konsumausgaben voraus.

München - Wie das Münchner Ifo-Institut, das französische Statistikamt Insee und die italienische Statistikbehörde Istat in ihrem "Euro-Zone Economic Outlook" prognostizieren, dürften nach dem zweiten auch das dritte und vierte Quartal negativ ausfallen. Im ersten Vierteljahr 2013 rechnen die Ökonomen mit einer Stagnation.

Das reale Bruttoinlandsprodukt in der Währungsunion sei von April bis Juni sowie von Juli bis September 2012 jeweils um 0,2 Prozent zurückgegangen, heißt es in der Studie. Im gerade begonnenen letzten Quartal des Jahres erwarten die Forscher ein Minus von 0,1 Prozent.

Die angekündigten Staatsanleihekäufe der EZB und die positive Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts zum Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) dürften die Befürchtungen in Bezug auf ein Auseinanderbrechen der Währungsunion reduziert haben. Sie könnten das angeschlagene Vertrauen in den Unternehmen und bei den Konsumenten verbessern.

Einkommen und Konsumausgaben werden sinken

Die Forscher gehen aber gleichwohl davon aus, dass die privaten Konsumausgaben voraussichtlich zurückgehen werden, da in einigen Ländern der Euro-Zone die verfügbaren Einkommen sinken werden. Letztere würden durch fiskalische Konsolidierungsmaßnahmen sowie steigende Arbeitslosigkeit belastet.

Im September war die Inflationsrate auf 2,7 Prozent geklettert und lag somit höher als im August (2,6 Prozent), was die Ökonomen vor allem auf gestiegene Öl- und Nahrungsmittelpreise zurückführen. Im weiteren Jahresverlauf dürfte die Inflationsrate fallen - auf 2,3 Prozent zum Jahresende und 2,0 Prozent im März 2013, sagen die Ökonomen voraus.

Die größten Risiken stellen der Prognose zufolge die fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen in den USA, ein schwächer als erwarteter Welthandel sowie erneute Finanzmarktturbulenzen in der Eurozone dar.

Andererseits könnten die bereits ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu einer schnelleren Verbesserung des Konsumenten- und Produzentenvertrauens führen.

rei/rtr/dapd

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