Milliardeninvestitionen China greift zu Konjunkturspritzen

Autobahnen, Flughäfen, Bahntrassen: Mit milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur kämpft China gegen die abflauende Konjunktur. Die Aktien der heimischen Bauunternehmen haussieren. Auch die deutsche Wirtschaft dürfte profitieren.
Hochgeschwindigkeitszug in Peking: Allein in Eisenbahnprojekte will die chinesische Regierung 88 Milliarden Euro investieren

Hochgeschwindigkeitszug in Peking: Allein in Eisenbahnprojekte will die chinesische Regierung 88 Milliarden Euro investieren

Foto: REUTERS

Shanghai - China hat grünes Licht für bis zu 30 weitere Infrastrukturprojekte gegeben, um der sich verlangsamenden Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen. Der Gesamtwert der von der staatlichen Planungskommission beschlossenen Vorhaben liege bei umgerechnet 124 Milliarden Euro, hieß es am Freitag im amtlichen "China Securities Journal".

Zu den neuen Maßnahmen gehörten der Bau von 13 Autobahnen, zehn innerstädtische Infrastrukturprojekte sowie sieben Hafen- und Flughafenprojekte. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die oberste chinesische Planungsbehörde 25 Eisenbahnprojekte mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet mehr als 88 Milliarden Euro gebilligt hatte. Demnach sind Projekte in den Städten Hangzhou, Chengdu oder Tianjin vorgesehen.

Aktien chinesischer Bauunternehmen verzeichneten in Shanghai nach Bekanntwerden der Projekte einen Kurssprung. China Resources Enterprise  kletterten in Hongkong um 14 Prozent. Der länderübergreifende MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, steuerte um 3,22 Prozent aufwärts auf 795,85 Punkte.

Kursrally in Asien

Noch deutlicher ging es für den CSI 300 Index hoch. Das Börsenbarometer, das die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, rückte um 4,48 Prozent auf 2.317,18 Zähler vor. Die Kursrally wurde zusätzlich durch die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) befeuert, unbegrenzt Anleihen von Krisenländern zu kaufen. Außerdem sorgten gute Daten vom US-Arbeitsmarkt für Auftrieb.

Mit den Infrastrukturvorhaben will die chinesische Regierung auch das nachlassende Wirtschaftswachstum ankurbeln. Zuletzt hatten sich die Konjunkturaussichten zunehmend verdüstert. Einer Umfrage zufolge ist die chinesische Industrie im August überraschend geschrumpft. Im Juli lagen die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt lediglich um ein Prozent über dem Vorjahresniveau.

mahi/rtr/mmo
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