Schuldenkrise "Euro wird international nicht ernst genommen"

Das Vertrauen der Finanzmärkte in den Euro wird nach Ansicht von Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater erst dann wieder vollständig zurückkehren, wenn aus der Währungsunion eine Haftungsgemeinschaft geworden ist. Bis zu einer Lösung der Krise werde es noch lange dauern.
Krisenwährung: Viele Akteure am Finanzmarkt weichen auf andere Währungen aus - der Dollar gilt trotz hoher Verschuldung der US als sicherer Hafen

Krisenwährung: Viele Akteure am Finanzmarkt weichen auf andere Währungen aus - der Dollar gilt trotz hoher Verschuldung der US als sicherer Hafen

Foto: TONY GENTILE/ REUTERS

Frankfurt am Main - "Der Euro wird international nicht ernst genommen, nicht für voll genommen", sagte Kater am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforderung (ZEW) in Mannheim. Bis zu einer tiefer gehenden Integration der Euro-Zone werde allerdings noch eine längere Zeit vergehen, trotz denkbarer Zwischenschritte wie eine Bankenunion und der Anfänge einer Fiskalunion.

Kurzfristig sei aber nicht mit einem großen politischen Wurf zu rechnen. Wahrscheinlicher sei, dass in den kommenden Jahren nur sehr kleine Schritte unternommen würden und eine nachhaltige Lösung der europäischen Krise ausbleibe, sagte Kater.

Deshalb blieben die Erwartungen der Märkte an die Politik, etwa an den EU-Gipfel Ende des Monats in Brüssel, nur gering. "Eins ist klar: Es wird so schnell keine Sturzgeburt eines europäischen Staates geben."

la/reuters
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