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Überblick: Wo die US-Häuserpreise wieder steigen

Foto: Ethan Miller/ AFP

Wende am Immobilienmarkt Amerika baut wieder auf neue Häuser

Nach Jahren des Siechtums gibt es wieder Lebenszeichen vom US-Immobilienmarkt. Die Häuserpreise beginnen zaghaft zu steigen, nachdem die Krise ein Drittel der Werte vernichtet hat. Selbst Skeptiker sehen Chancen, dass der Markt in eine Phase des Aufschwungs einschwenkt.

Hamburg - Natürlich gibt es sie, die berufsmäßigen Optimisten. "Der Häusermarkt tritt in eine neue, stärkere Phase des Aufschwungs ein", erklärt Doug Yearly, Chef der Eigenheimbaufirma Toll Brothers. Dessen Vorgänger Bob Toll hatte ähnliche Töne schon vor sechs Jahren von sich gegeben, als die Spekulationsblase an Amerikas Häusermarkt gerade geplatzt war und in einen dramatischen Abschwung inklusive weltweiter Wirtschaftskrise mündete.

Damals musste sich Toll auf einer Analystenkonferenz daher fragen lassen, welches Kool-Aid er denn getrunken habe - ein Synonym für vernebeltes Bewusstsein.

Doch selbst die Fragestellerin Ivy Zelman, lange eine der größten Skeptikerinnen des Immobilienmarkts, erwartet nun eine Wende. "Wir werden hier nicht weiter herumkrebsen", erklärt sie.

Es gibt allerdings auch noch berufsmäßige Pessimisten. "Ich sorge mich, dass wir in unserem Leben wohl keine echte große Wende mehr erleben werden", orakelte jüngst Yale-Ökonom Robert Shiller (66), der die Immobilienkrise korrekt vorhersagte und den viel beachteten Case-Shiller-Index der Hauspreise mit entwickelte.

Dessen neue Zahlen zeigen zwar laut offizieller Mitteilung der Ratingagentur Standard & Poor's, die den Index herausgibt, für März den tiefsten Stand seit Krisenbeginn an (siehe Überblick). Landesweit sind Immobilien demnach so billig wie zuletzt Mitte 2002, ein Drittel unter den im Boom erreichten Werten - ein Zeichen für eine weiterhin tief gedrückte Wirtschaft. Doch diese Zahlen sind nicht saisonbereinigt, und sie bilden den Mittelwert aus den drei traditionell schwachen Wintermonaten.

Zweiter Anstieg in Folge - Boden erreicht?

Um diesen Faktor bereinigt, zeigte der Case-Shiller-Index den zweiten Anstieg in Folge. "Der Boden ist ganz klar erreicht", findet Bill McBride, dessen Blog "Calculated Risk" das wohl wichtigste Forum der Marktskeptiker bildet. "Die Debatte ist jetzt nicht mehr, ob es eine Erholung gibt, sondern wie stark sie ist."

Für steigende Preise sprächen die Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung gegenüber einem auf historischem Tiefstniveau stehenden Angebot neuer Häuser, was sich auch in drastisch steigenden Mieten spiegele. Wegen des Überhangs an Häusern aus Problemkrediten, teils mit laufenden Prozessen zur Zwangsvollstreckung, und der Überschuldung vieler potenzieller Käufer werde die Anpassung noch Jahre dauern.

Regional zeigen sich auch noch deutliche Unterschiede. Während der Aufschwung in manchen Zentren der Krise wie Phoenix oder Miami schon deutlich Fahrt aufnimmt, erlebte Detroit im März mit minus 4,4 Prozent wieder einen Rückschlag, und in Atlanta schrumpften die Preise auf Jahressicht sogar um 17,7 Prozent. Immerhin hat selbst im schwer getroffenen Las Vegas die Lokalzeitung "Las Vegas Sun" einen Entwickler gefunden, der belegt, dass auch dort die Hausbauer nicht mehr mit der Nachfrage Schritt halten. "In diesem Jahr werde ich meine Verkäufe verdoppeln", frohlockt Robert Beville von Harmony Homes.

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