Freitag, 3. April 2020

Wohlstandshoffnung Boliviens Traum von der Lithium-Weltmacht

Reich durch Lithium: Boliviens Schatz im Silbersee
Camilla Landbø

3. Teil: Hoffnung auf Technologie aus dem Ausland

Bolivien, insbesondere die Bewohner der Region des Salars machen sich viel Hoffnung, dass die Ausbeutung von Lithium "Reichtum bringen wird". Das Land gilt immer noch als eines der ärmsten Südamerikas.

Unternehmen aus Japan, Finnland, China, Korea oder Frankreich haben Bolivien bereits Angebote vorgelegt. "Aber alle wollen bereits in den ersten zwei Phasen der Ausbeutung dabei sein", erklärt der Vizeminister. Den interessantesten Vorschlag habe bislang Korea gemacht, aber es kam zu keiner Einigung. Bolivien sei sich seiner Grenzen bewusst. "Für die Fabrikation von Lithiumbatterien oder Elektroautos brauchen wir hochentwickelte Technik und Wissen", sagt Beltrán.

Drei Unternehmen gelten weltweit als Spitzenreiter, wenn es um die Verarbeitung von Lithium geht: Lithco, die chilenische Soquomich (Sociedad Quimica Minera Chilena) und die deutsche Chemetall aus Frankfurt am Main. Heute ist die Chemetall Teil des nordamerikanischen Rockwood-Konzerns. "Von Chemetall haben wir keine Vorschläge für die Industrialisierung bekommen", so der Vizeminister. Das habe wohl damit zu tun, dass das deutsche Unternehmen bereits in Chile und Argentinien Lithium abbaut.

Derweil baut Bolivien weiter aus und auf. "Dieses Jahr wollen wir sechs neue Labors errichten und mit dem Bau einer Pilotanlage für die Herstellung von Lithiumbatterien beginnen, hier in La Paz", sagt der Vizeminister. "Dieses Jahr ist das Jahr."

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