Trotz geplanter Waffenruhe Syrische Truppen starten Großoffensive

Wenige Tage vor der geplanten Waffenruhe in Syrien haben Regierungstruppen ihre Angriffe noch einmal verstärkt. Die Truppen von Baschar Assad griffen nach Angaben der Opposition einen Vorort von Damaskus an.
Der Schlächter von Damaskus: Baschar Assad redet von Waffenruhe - und lässt weiter auf sein Volk feuern

Der Schlächter von Damaskus: Baschar Assad redet von Waffenruhe - und lässt weiter auf sein Volk feuern

Foto: REUTERS/ Syrian TV

Damaskus - Syrische Regierungstruppen haben am Donnerstag nach Angaben aus Kreisen der Opposition mit einem Großangriff auf einen Vorort von Damaskus begonnen. Das in Großbritannien ansässige Syrische Observatorium für Menschenrechte berichtete, der Vorort Duma werde von Panzern beschossen, es komme zu Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und Deserteuren.

Ein Gegner der Regierung von Präsident Baschar Assad in Duma, Mohammed Said, sprach von "einer der gewalttätigsten Kampagnen gegen dieses Gebiet" seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad im März vergangenen Jahres.

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete am Donnerstag heftige Gefechte zwischen den Truppen von Präsident Baschar al-Assad und Deserteuren im nördlichen Umland von Aleppo. Drei Soldaten seien getötet worden. In zwei Ortschaften seien die angreifenden Soldaten über die Lautsprecher der Moscheen zur Fahnenflucht aufgerufen worden.

Medienblockade durch die Regierung

Aktivisten in Duma im Umland von Damaskus berichteten, die Armee habe die Stadt am Morgen mit Panzern angegriffen. "Die Zivilisten sind in Panik, Kinder weinen, überall hört man Schreie", hieß es. Am Vortag sollen landesweit 92 Menschen von den Regierungstruppen getötet worden sein. Wegen der Medienblockade durch die Regierung sind derartige Angaben oft nicht von unabhängiger Seite zu überprüfen.

Die syrische Führung hatte diese Woche erklärt, sie wolle den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan umsetzen. Vom kommenden Dienstag an sollten die Waffen schweigen. Die Armee werde sich dann auch aus den Städten zurückziehen. Nach offiziellen Angaben aus Damaskus traf am Mittwochabend ein von Annan beauftragtes "technisches Team" in Syrien ein. Aufgabe der Experten ist es unter anderem, die Details der geplanten Überwachung der Waffenruhe zu klären. Der Sprecher des Außenministeriums, Dschihad al-Makdisi, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Armee ist derzeit an einigen kritischen Orten präsent, um die Bürger vor der Gewalt zu schützen."

la/dpa/apd
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