Wachstum Wirtschaftsweise senken Prognose

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr leicht gesenkt. Impulse für die Konjunktur würden 2012 ausschließlich aus dem Inland kommen - und Risiken bestünden weiterhin.
Kaufhaus in Leipzig: "Wachstumsbeiträge 2012 ausschließlich aus dem Inland"

Kaufhaus in Leipzig: "Wachstumsbeiträge 2012 ausschließlich aus dem Inland"

Foto: Waltraud Grubitzsch/ dpa

Berlin - Die Ökonomen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wie das Gremium offiziell heißt, rechnen nun nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent, teilten sie am Donnerstag mit. In ihrem im November vorgelegten Jahresgutachten hatten sie noch ein Wachstum von 0,9 Prozent vorausgesagt.

2011 war das BIP preisbereinigt um 3,0 Prozent gestiegen. Die Risiken für die konjunkturelle Entwicklung in diesem Jahr betrachtet der Sachverständigenrat aber als weiterhin groß, obwohl durch die Intervention der Europäischen Zentralbank zumindest eine gewisse Beruhigung der Situation eingetreten sei.

Die Änderung der Prognose begründeten die Ökonomen mit der Entwicklung im zweiten Halbjahr 2011 und den Vorlaufindikatoren. Ihrer Einschätzung nach werden positive Wachstumsbeiträge 2012 ausschließlich aus dem Inland kommen, vor allem von der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei insgesamt verhaltener Investitionstätigkeit.

"Vom Außenhandel sind dagegen aufgrund der Situation im Euroraum und der sich eintrübenden Weltwirtschaft in diesem Jahr keine positiven Einflüsse zu erwarten", befand das Gremium.

Im restlichen Europa läuft es schlechter

Nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel steuert Deutschland nach kurzer Konjunkturflaute im laufenden Jahr auf ein Wachstum von 0,7 Prozent zu. Die Wirtschaft sei im Herbst in eine Schwächephase geraten, "die mittlerweile aber überwunden sein dürfte", erklärte das IfW am Donnerstag. Bereits für die ersten drei Monate dieses Jahres rechne man wieder mit Wachstum. Für das gesamte Jahr 2012 sei ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 Prozent zu erwarten.

Auch das IfW sieht die Binnennachfrage sei der entscheidende Impulsgeber für die deutsche Konjunktur. Das extrem niedrige Zinsniveau werde dem Investitionsaufschwung zusätzliche Wucht geben.

Düsterer sehen die Experten des IfW die Lage im Euroraum. Nach einem Rückgang der Produktion im vierten Quartal 2011 sei die Konjunktur im Euroraum auch zu Beginn des Jahres 2012 abwärtsgerichtet. Die Stimmungsindikatoren deuteten aber darauf hin, dass die Rezession nach mildem Verlauf zur Jahresmitte überwunden sein dürfte. Die Erholung werde aber auch milde bleiben, zu sehr belasteten die Sparmaßnahmen der Regierungen das ungünstige binnenwirtschaftliche Klima die Firmen.

Insgesamt erwartet das IfW im Euroraum für 2012 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent und für das Jahr 2013 wieder einen Anstieg von 1,1 Prozent.

la/dapd

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