Mittwoch, 20. November 2019

Kältewelle Russland liefert weniger Gas nach Europa

Pumpstation Pisarevka in Russland: Mitten in der ersten echten Kaeltewelle dieses Winters hat Russland seine Gaslieferungen nach Deutschland reduziert

Wegen der Kältewelle im eigenen Land liefert Russland nach Angaben der EU weniger Gas in die Europäische Union. Verbraucher und Industrie müssten derzeit aber keine Engpässe fürchten, heißt es aus Brüssel. Jeder Mitgliedstaat habe Vorräte für einen Monat.

Brüssel - Betroffen seien bislang acht Länder, sagte die Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Brüssel. Dazu zählten Italien, Griechenland, Österreich, Polen, Slowakei, Ungarn, Bulgarien und Rumänien. Besonders stark sei die Liefermenge in Österreich gesunken, wo 30 Prozent weniger Gas angekommen sei als gewöhnlich.

Verbraucher und Industrie müssten aber keine Engpässe fürchten. "Wir befinden uns nicht in einer Notfallsituation", sagte die Sprecherin. "Die Erdgaslager in der EU sind voll." Jeder Mitgliedstaat habe Vorräte für einen Monat, zudem könnten sich Länder bei anderen Staaten Gas zukaufen.

Höherer Eigenbedarf in Russland

Dabei betonte die Sprecherin, dass es die Lieferverträge Russland durchaus erlaubten, die Lieferungen nach Europa zu drosseln, wenn das Land mehr Gas für den Eigenbedarf benötige. "Die Verträge geben Russland diese Flexibilität. In Moskau war es in den vergangenen Tagen minus 20 Grad kalt.

Die EU stehe im Kontakt mit den russischen Behörden und habe auch Experten hinzugezogen. Von der Ukraine wünsche man sich, "dass die Ukraine zu allen Zusagen steht".

Zwischen Russland und der Ukraine gibt es immer wieder Streit um Gaslieferungen und -preise. Zuletzt hatte ein "Gaskrieg" 2009 zu wochenlangen Lieferengpässen auch in der EU geführt. Danach hatten die EU-Staaten ihre Lager ausgebaut und nach Alternativen gesucht.

la/dpa-afx

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