Erneut Tote in Kairo Soldaten schießen auf Demonstranten

In Kairo hat die Polizei erneut auf Protestanten geschossen. Die Regierung geht von mindestens drei Toten aus. Damit wächst die Zahl der Opfer in den vergangenen Tagen auf mindestens vierzehn. Der Militärrat kritisierte indes die Berichterstattung über die Vorfälle.
Der Aufstand geht weiter: Ägyptische Polizisten verhaften eine Demonstrantin in Kairo

Der Aufstand geht weiter: Ägyptische Polizisten verhaften eine Demonstrantin in Kairo

Foto: AP

Kairo - Mindestens drei Demonstranten sind am Montag bei erneuten Zusammenstößen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo getötet worden, teilt die ägyptische Regierung mit. Hunderte Soldaten in Schutzkleidung gingen am frühen Morgen gegen Demonstranten auf dem Tahrir-Platz vor und eröffneten das Feuer. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer der vergangenen vier Tage auf mindestens vierzehn. Die Demonstranten fordern ein Ende der Militärherrschaft in dem nordafrikanischen Land.

Der Arzt eines Feldlazaretts auf dem Tahrir-Platz bezifferte die Opferzahl der Auseinandersetzungen am Montag hingegen auf sechs. Die jüngsten Auseinandersetzungen waren am Freitag auf dem zentralen Tahrir-Platz ausgebrochen. Ein Mitglied des Militärrates nannte die Proteste Teil einer Verschwörung gegen Ägypten und kritisierte die Berichterstattung über die Gewalt.

So zeigten in Umlauf gebrachte Aufnahmen einen Soldaten, der mit einer Pistole auf Demonstranten feuert, wobei nicht klar war, ob er scharfe Munition benutzte. Weitere Aufzeichnungen zeigten Soldaten, die Frauen bei den Haaren packten und heftig schlugen oder auf am Boden kauernde Demonstranten eintraten.

Der Militärrat hatte die Macht vor zehn Monaten übernommen, nachdem ein Aufstand den langjährigen Präsidenten Husni Mubarak zum Rücktritt gezwungen hatte.

dapd/krk
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