Düsterer Ausblick IWF-Chefin warnt vor Großer Depression

Steht die Welt vor einer Großen Depression wie in den 30er Jahren? IWF-Chef Lagarde zeichnet jedenfalls ein sehr düsteres Bild von der Weltwirtschaft. Um die drohende globale Wirtschaftskrise zu vermeiden, fordert sie die Weltgemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise auf.
IWF-Chefin Lagarde: "Werden die Probleme nicht entschieden angegangen, wird die Weltwirtschaft ähnlichen Vorzeichen gegenüberstehen, wie vor der Großen Depression in den 1930er Jahren"

IWF-Chefin Lagarde: "Werden die Probleme nicht entschieden angegangen, wird die Weltwirtschaft ähnlichen Vorzeichen gegenüberstehen, wie vor der Großen Depression in den 1930er Jahren"

Foto: BRENDAN SMIALOWSKI/ AFP

Washington - Keine Volkswirtschaft, egal ob arm oder reich, sei momentan immun gegen einen Niedergang, wenn sie sich isoliere, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Die Aussichten für die Weltkonjunktur bezeichnete sie als "ziemlich düster". Es bestehe fast überall die Gefahr, dass sich das Wachstum verlangsame und die öffentlichen Haushalte ins Schwanken gerieten.

Sie verglich die Situation mit den 1930er Jahren, bevor die Welt in den Zweiten Weltkrieg verfallen sei, als Rückzug, Protektionismus und Isolation die internationale Politik bestimmt hätten. Würden die Probleme nicht entschieden angegangen, würde die Weltwirtschaft ähnlichen Vorzeichen gegenüberstehen, wie vor der Großen Depression in den 1930er Jahren, sagte Lagarde weiter.

Richtig sei, die Wirtschaftsprobleme durch Zusammenarbeit in den Griff zu bekommen. "Sie muss im derzeitigen Kern der Krise beginnen, der offensichtlich in den europäischen Staaten liegt und besonders in den Ländern der Euro-Zone", sagte Lagarde.

Die Euro-Zone sei eine "Währungsunion, die nicht richtig in einer ökonomischen und haushaltspolitischen Union vollendet wurde, woran derzeit gearbeitet wird", erläuterte sie. Während die europäischen Führer ihre "gewaltigen" Herausforderungen bewältigen, müssten auch die Finanzmärkte mehr Geduld beweisen. In Demokratien fielen wichtige Entscheidungen nicht über Nacht, "die Dinge brauchen Zeit", sagte Lagarde.

mg/dpa-afx/dapd

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