Handelsstreit USA/China Deutsche Autobauer geraten zwischen die Fronten

Der Handelsstreit zwischen China und den USA eskaliert. Nun will die Volksrepublik jene Autos mit Strafzöllen belegen, die in den Vereinigten Staaten produziert wurden. Auch Fahrzeuge von BMW und Daimler sind davon betroffen.
Daimler in den USA: "Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird"

Daimler in den USA: "Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird"

Foto: DPA

Peking/Washington - Deutsche Autobauer geraten im Handelsstreit zwischen China und den USA zwischen die Fronten. Die Chinesen wollen Autos mit Strafzöllen belegen, die in den Vereinigten Staaten vom Band rollen. Alle deutschen Konzerne sind in den USA mit jeweils einem Werk vertreten. Während Volkswagen aber nur für den nordamerikanischen Markt fertigt, führen Daimler und BMW ihre Autos bis ins Reich der Mitte aus.

Das chinesische Ministerium begründete den Schritt damit, dass die Produktion in den USA subventioniert werde und die Fahrzeuge so auf den chinesischen Markt gedrückt worden seien. Dies habe der Branche in China "substanziellen Schaden" zugefügt. Die Regelung soll ab Donnerstag für zwei Jahre gelten.

Die Strafzölle dürften eine Gegenmaßnahme sein: Peking war es nicht gelungen, US-Zölle auf chinesische Reifen abzuwenden. Auch ein Gang vor die Welthandelsorganisation WTO war ergebnislos geblieben. China ist für die weltweite Autoindustrie zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt geworden. Zuletzt hatte sich das Wachstum allerdings deutlich verlangsamt.

Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten zeigte sich am Mittwoch enttäuscht über die chinesischen Pläne. Man werde mit den Beteiligten und dem US-Kongress über das weitere Vorgehen beraten.

BMW rechnet nicht mit spürbaren Folgen

Fahrzeuge von General Motors  (GM) sollen mit Strafzöllen von 12,9 Prozent belegt werden und Wagen von Chrysler mit 8,8 Prozent. Für Autos aus der US-Produktion von BMW  und Daimler  seien Zölle von 2 beziehungsweise 2,7 Prozent vorgesehen, hieß es. Auch andere Hersteller seien betroffen. Die Zölle gelten für Autos mit mehr als 2,5 Litern Hubraum.

"Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird", sagte eine Daimler-Sprecherin. Der Rivale BMW betonte in einer ersten Reaktion, der Konzern rechne nicht mit spürbaren Folgen. Selbst der US-Autoriese General Motors (GM) zeigte sich betont gelassen, gleichwohl das Unternehmen die schwerste Bürde zu tragen hat.

China hatte 2009 die USA als größten Automarkt der Welt abgelöst. Die eigene Autoindustrie ist aber zersplittert. 70 Prozent des Marktes sind in der Hand von Herstellern aus den USA, Europa, Japan und Südkorea. Die USA und China - die größten Volkswirtschaften der Welt - streiten sich seit längerem in Handelsfragen. Allein seit dem Beitritt Chinas zur WTO vor zehn Jahren haben die USA zwölf Handelsverfahren eingeleitet, fünf davon unter Präsident Barack Obama.

mg/dpa-afx/rtr
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