50 Milliarden ausgeliehen Banken stürmen Dollar-Vorräte der EZB

Das gegenseitige Misstrauen der Banken ist viel größer als gedacht. Weil sie für ihre Anleihen keine Investoren finden und sich gegenseitig kaum noch Geld leihen, stürmen sie die Dollarvorräte der EZB. Mit 50 Milliarden liegen die Ausleihungen fünfmal so hoch wie erwartet.
Banken brauchen Cash: Weil US-Investoren der Euro-Zone nicht mehr vertrauen und kaum noch Euro-Anleihen abnehmen, haben vor allem europäische Geldhäuser Schwierigkeiten, sich mit frischer Liquidität in Dollar zu versorgen

Banken brauchen Cash: Weil US-Investoren der Euro-Zone nicht mehr vertrauen und kaum noch Euro-Anleihen abnehmen, haben vor allem europäische Geldhäuser Schwierigkeiten, sich mit frischer Liquidität in Dollar zu versorgen

Foto: Corbis

Frankfurt am Main - In der vergangenen Woche hatten die internationalen Notenbanken in einer konzertierten Aktien den Markt mit Geld geflutet und insbesondere die Geldversorgung der europäischen Banken erleichtert. Damit wollen sie verhindern, dass der Interbankenmarkt austrocknet - denn in den vergangenen Wochen hatten vor allem europäische Geldhäuser Probleme, Abnehmer für ihre Anleihen zu finden und sich mit frischen Dollar zu versorgen.

Nun haben die Banken vom Angebot der Zentralbanken regen Gebrauch gemacht - ein Zeichen dafür, wie ernst die Lage auf dem Interbankenmarkt immer noch ist. Beim ersten Dollar-Tender der EZB am Mittwochhaben sich europäische Geldhäuser deutlich mehr US-Dollar geborgt als von Analysten erwartet. Das Volumen der Zuteilung lag mit mehr als 50 Milliarden Dollar um ein Vielfaches über der durchschnittlichen Prognose von zehn Milliarden Dollar.

"Diese Vorhersagen waren viel zu niedrig angesetzt", sagte ein Disponent. Ein anderer Börsianer betonte, auch für ihn sei der Ausgang der Auktion keine Überraschung. "Das Misstrauen der Banken untereinander ist immer noch hoch. Der Liquiditätstransfer funktioniert nicht."

Die großen Notenbanken der Welt hatten sich in der Vorwoche darauf verständigt, Kreditinstituten bis 2013 unbegrenzt Dollar zu Verfügung zu stellen und damit den Dollar-Notstand vor allem europäischer Banken zu lindern.

la/reuters
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