Freitag, 20. September 2019

EZB Bini Smaghi will Krise mit Geldregen bekämpfen

Lorenzo Bini-Smaghi: Das EZB-Direktoriumsmitglied ist wegen des Wechsels an der EZB-Spitze von Jean-Claude Trichet zu Mario Draghi unter Druck geraten
MARCO-URBAN.DE
Lorenzo Bini-Smaghi: Das EZB-Direktoriumsmitglied ist wegen des Wechsels an der EZB-Spitze von Jean-Claude Trichet zu Mario Draghi unter Druck geraten

EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi fordert im Kampf gegen die Griechenland-Krise größtmögliche finanzielle Feuerkraft. Das beste Mittel, um eine Ansteckung weiterer Staaten zu verhindern, sei eine "enorme Finanzmacht".

Frankfurt am Main - "Der beste Weg mit der Gefahr einer Ansteckung umzugehen ist es, schnell und mit enormer Finanzmacht vorzugehen", sagte Bini Smaghi laut eines am Dienstag veröffentlichten Manuskripts einer Rede bei einer geschlossenen Veranstaltung in der vergangenen Woche in Frankfurt. "Es ist wichtig zu realisieren, dass eine finanzielle Auffanglösung proportional zur Größe des systemischen Risikos ausfällt, vor dem wir stehen."

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen am Mittwoch in Brüssel eine Lösung der Krise präsentieren. Bini Smaghi steht derzeit persönlich stark unter Druck. Mit dem Wechsel an der EZB-Spitze von Jean-Claude Trichet zu Mario Draghi sind ab dem 1. November zwei Italiener im EZB-Direktorium vertreten und kein Franzose mehr.

Dies führte zuletzt zu Spannungen zwischen den Regierungen in Rom und Paris. Bini Smaghi scheint derzeit aber nicht bereit, seinen Posten vorzeitig zu räumen. Er muss dies wegen der auch personellen Unabhängigkeit der EZB und ihrer Top-Notenbanker auch nicht tun.

la/reuters

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