Mehr Eigenkapital EU diskutiert Garantien für Banken

Die EU-Staaten wollen die Banken bei der Stärkung ihres Eigenkapitals mit staatlichen Garantien unterstützen. Nach einem Entwurf zum EU-Gipfel ziehen die Mitgliedstaaten dafür drei Varianten in Betracht, wie aus einem Papier hervorgeht.
Europa: Die EU-Chefs haben sich eine Stärkung des Banken-Eigenkapitals auf die Fahne geschrieben

Europa: Die EU-Chefs haben sich eine Stärkung des Banken-Eigenkapitals auf die Fahne geschrieben

Foto: Uli Deck/ dpa

Brüssel - Die Regierungen könnten entweder wie schon in der Vergangenheit aus nationalen Programmen Garantien gewähren. Die Bürgschaften der Staaten könnten aber auch zusammengefasst und koordiniert über die europäische Bankenaufsicht EBA begeben werden, wie aus einem Reuters am Sonntag vorliegenden Papier hervorgeht.

Nach dem dritten Modell wird der Rückhalt der Mitgliedstaaten stärker in gemeinsamen Garantien verschmolzen und dazu ein Pool bei der Europäischen Investitionsbank geschaffen. Dadurch könnte verhindert werden, dass bei den Hilfen für die Banken jeder Mitgliedstaat wie in der Bankenkrise 2008 auf eigene Faust handelt.

"Einige Staatsgarantien haben nicht genug Qualität"

"Ein bloßes Wiederholen der Erfahrung von 2008 mit vollkommen nationalem Ermessen beim Schaffen von Liquiditätshilfen könnte unter jetzigen Marktbedingungen keine befriedigende Lösung sein, da einige Staatsgarantien aus Sicht der Märkte nicht genug Qualität haben", heißt es in dem Papier.

Die EU-Staaten wollen Diplomaten zufolge die größten Banken in Europa dazu verpflichten, ihr Eigenkapital um gut 100 Milliarden Euro zu erhöhen, damit diese einen stärkeren Schuldenschnitt für Griechenland überstehen können. Die harte Kernkapitalquote soll bis Ende Juni 2012 auf neun Prozent erhöht werden.

Die Banken wären zunächst aufgerufen, die Mittel selbst am Kapitalmarkt aufzunehmen. Staatliche Hilfe wäre erst die Alternative, wenn das nicht gelingt.

Mitgliedsländer, die dazu nicht in der Lage sind, könnten Kredite beim Euro-Rettungsfonds EFSF anfordern. Die gemeinsame Strategie zur Bankenkapitalisierung soll noch nicht beim EU-Gipfel am Sonntag bekannt gegeben werden, sondern womöglich erst beim nächsten Gipfel am Mittwoch als Teil eines Gesamtpaketes gegen die Schuldenkrise.

la/reuters
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