Griechenland IWF will zweites Rettungspaket nachbessern

Die Reformen in Griechenland kommen nur schleppend voran. Der IWF fordert deshalb jetzt, das zweite Hilfspaket für die Hellenen noch einmal zu überarbeiten. Und europäische Staatsanleihen möchte die Organisation auch aufkaufen.
Der IWF will das zweite Hilfspaket für Griechenland überarbeiten

Der IWF will das zweite Hilfspaket für Griechenland überarbeiten

Foto: DPA

Hamburg - Das im Juli vereinbarte zweite Hilfspaket für Griechenland muss nach den Worten des Chefs des Europaprogramms des Internationalen Währungsfonds, Antonio Borges, überarbeitet werden. Gründe seien die schlechte wirtschaftliche Lage und die nur langsam vorankommenden Reformen. Das bedeute aber nicht unbedingt, dass die Inhaber von griechischen Anleihen mit größeren Verlusten rechnen müssten, erklärte der IWF-Vertreter.

Da für Griechenland bis Dezember keine größeren Schuld-Rückzahlungen anstünden, bestehe auch kein Grund zur Eile bei der Entscheidung über die nächste Tranche an Krediten, so Borges weiter. Griechenland selbst hatte erklärt, es habe bis Mitte November noch Geld, um Renten und Löhne zu zahlen.

Borges sprach sich außerdem gegen einen immer weiter wachsenden Rettungsfond EFSF aus. Dafür erwägt er, dass der IWF europäischen Staatsanleihen kaufen könnte. Borges sagte: "Wir verfügen über eine ganze Reihe von Optionen, die auf den Tisch geholt werden könnten, um das Vertrauen in diese Länder wieder herzustellen."

Besonders spanische und italienische Anleihen will Borges kaufen und so den EFSF stützen. Der IWF könne den beiden Ländern zusätzlich spezielle Kreditlinien, sogenannte Precautionary Credit Lines (PLC), gewähren.

Die Börse reagierte erleichtert. Der deutsche Leitindex DAX sprang am Mittag über die Marke von 5.400 Punkten und notierte gegen 13.00 Uhr mit 3,7 Prozent im Plus bei 5.410 Zählern.

ms/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.