OECD Finanzkrise vernichtet 13 Millionen Jobs

Mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze sind der Finanzkrise seit 2007 in den Industrieländern zum Opfer gefallen, so die OECD. Vor allem jüngere Beschäftigte sind betroffen. Nur in Deutschland und Chile ist die Beschäftigung seit dem Beginn der Krise gestiegen.
Arbeitssuchende in Kalifornien: Die Langzeitarbeitslosigkeit in den USA hat sich seit 2007 verdreifacht. In der Studie der OECD sind Deutschland und Chile eine positive Ausnahme

Arbeitssuchende in Kalifornien: Die Langzeitarbeitslosigkeit in den USA hat sich seit 2007 verdreifacht. In der Studie der OECD sind Deutschland und Chile eine positive Ausnahme

Foto: ? Lucy Nicholson / Reuters/ REUTERS

Berlin - In den Industrieländern sind nach Angaben der OECD seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze vernichtet worden. "OECD-weit waren damit im Juni dieses Jahres mehr als 44 Millionen Menschen arbeitslos, viele von ihnen bereits seit mehr als zwölf Monaten", teilte die 34 Mitgliedstaaten zählende Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Montag mit.

Nur in Deutschland und Chile gebe es heute eine niedrigere Arbeitslosenquote als vor Krisenbeginn. "Hatte sich die Situation im Jahr 2010 in vielen Regionen etwas entspannt, so macht das jüngst wieder gedrosselte Wirtschaftswachstum die kurzzeitigen Gewinne zunichte", hieß es.

Auch faire und hochwertige Jobs seien insbesondere für junge Arbeitnehmer seltener geworden. "Mehr und mehr Menschen erhalten nur noch befristete Verträge, die - anders als früher üblich - in eine Sackgasse führen statt als Sprungbrett für eine dauerhafte Beschäftigung zu dienen", beklagte die OECD.

Problematisch sei zudem die hohe Langzeitarbeitslosigkeit. Sie habe sich seit 2007 in einigen Ländern verdoppelt, in den USA sogar verdreifacht. "Deutschland ist zwar auch hier eines der wenigen Länder mit einem positiven Trend", erklärte die OECD. "Dafür liegt der Anteil der Menschen, die ein Jahr oder länger keine Arbeit gefunden haben, mit 47 Prozent aller Arbeitslosen sehr hoch."

Eine erfreuliche Ausnahme stelle Deutschland dagegen bei der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit dar, die um zwei Punkte auf 9,7 Prozent gesunken sei. Im OECD-Schnitt habe die Gruppe der junge Leute zwischen 15 und 24 Jahren dagegen mit am stärksten unter dem Einbruch auf dem Arbeitsmarkt gelitten. Ihre Beschäftigungszahl sei um zehn Prozent geschrumpft.

"Ähnlich schwerwiegend waren die Auswirkungen für Geringqualifizierte", hieß es. Ende 2010 seien mehr als 22 Millionen junge Leute innerhalb der OECD weder in Ausbildung, noch in einem Job gewesen. Die Organisation fordert deshalb eine bessere frühkindliche Bildung, "und das speziell für Kinder aus sozial benachteiligten Familien". Die Beschäftigung der Männer sei im OECD-Durchschnitt mit 2,7 Prozent besonders kräftig zurückgegangen, die der Frauen dagegen nur um 0,6 Prozent.

la/reuters

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