Merkel/Sarkozy "Griechenland bleibt in der Euro-Zone"

Klares Signal für Griechenland: Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy haben sich noch einmal deutlich für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen. Gleichzeitig sicherte Griechenlands Regierungschef die Umsetzung aller Reformen zu.
Merkel im Gespräch mit Sarkozy: Die beiden Regierungchefs telefonierten mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou

Merkel im Gespräch mit Sarkozy: Die beiden Regierungchefs telefonierten mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou

Foto: PHILIPPE WOJAZER/ AFP

Berlin/Athen - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy seien "überzeugt, dass die Zukunft Griechenlands in der Euro-Zone ist". Das teilte die Bundesregierung nach einer etwa 20-minütigen Telefonkonferenz Merkels und Sarkozys mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou mit.

Merkel und Sarkozy forderten Athen zugleich auf, die Reformzusagen für die Milliardenhilfen der Europäer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie das Anpassungsprogramm "strikt und effektiv" umzusetzen. "Dies ist Voraussetzung für die Auszahlung zukünftiger Tranchen des Programms", heißt es in der von den Finanzmärkten mit Spannung erwarteten Erklärung. Der griechische Ministerpräsident seinerseits sagte den Angaben zufolge "die absolute Entschlossenheit seiner Regierung" zu, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die gegebenen Zusagen in ihrer Gesamtheit umzusetzen.

Aus Athen hieß es nach dem Telefonat, Griechenland werde das ihm verordnete harte Sparprogramm einhalten. "Angesichts der Gerüchte der letzten Tage haben alle betont, dass Griechenland unzertrennlicher Teil der Euro-Zone ist", hieß es in einer Erklärung des griechischen Regierungssprechers. Griechenland sei entschlossen, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen.

Merkel und Sarkozy erklärten, es sei "mehr denn je unerlässlich", die Entscheidungen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone vom 21. Juli vollständig umzusetzen, um die Stabilität der Euro-Zone sicher zu stellen". Die Umsetzung sei nötig, damit die griechische Wirtschaft zu einem nachhaltigen und ausgeglichenen Wachstum zurück finde: "Der Erfolg der Anpassung Griechenlands wird die Stabilität der Euro-Zone festigen."

Leichte Entspannung in Italien

Eine leichte Entspannung gab es unterdessen in , das ebenfalls hoch verschuldet ist. Zudem ist das Land die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Das Parlament billigte am Abend endgültig ein Sparprogramm von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, das einen Umfang von 54 Milliarden Euro hat. Vorgesehen sind Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Das Abgeordnetenhaus sprach der Regierung zudem das Vertrauen aus. Der Senat hat das Sparprogramm bereits gebilligt.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler würdigte bei einem Besuch in Rom das Sparprogramm. "Italien zeigt Haushaltsdisziplin", sagte der FDP-Chef nach einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Paolo Romani. Während der Abstimmung gab es vor dem Parlamentsgebäude in Rom Zusammenstöße zwischen Hunderten Demonstranten und der Polizei. In der vergangenen Woche gingen schon Hunderttausende Bürger gegen die Pläne auf die Straße.

mg/dpa
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