Staatsanleihen Italien bittet China um Kauf der Italo-Bonds

Die italienische Regierung sucht in der eskalierenden Staatsschuldenkrise offenbar Hilfe in Fernost. Laut einem Zeitungsbericht soll China als Aufkäufer italienischer Staatsanleihen einspringen.
Frust und Not in Italien: Jetzt soll China helfen

Frust und Not in Italien: Jetzt soll China helfen

Foto: AFP

Hamburg - Italien hat laut einem inzwischen bestätigten Bericht der Wirtschaftszeitung "Financial Times" China um den Ankauf von Staatsanleihen im großen Stil gebeten. Wie das Blatt am Montag auf seiner Internetseite unter Berufung auf italienische Regierungskreise berichtete, traf sich eine vom Chef der China Investment Corp. angeführte Delegation in der vergangenen Woche unter anderen mit Finanzminister Giulio Tremonti in Rom. Vor zwei Wochen hätten italienische Regierungsvertreter in Peking Gespräche beim Staatsfonds CIC sowie einer Behörde für die Verwaltung der chinesischen Devisenreserven geführt.

Die Meldung sorgte an der Wall Street kurz vor Handelsschluss für Gewinne bei den wichtigsten Indizes. Auch die japanische Börse gewann. Der Euro legte deutlich zu. Italien ist hoch verschuldet und steht unter internationalem Druck, Reformen auf den Weg zu bringen.

Das chinesische Außenministerium erklärte am Dienstag, die Regierung in Peking vertraue Europa bei der Bewältigung der Schuldenkrise. Die Volksrepublik hoffe, dass Europa die chinesischen Investitionen in der Region bewahren kann.

Schon im April hatte China signalisiert, verstärkt Schulden der unter Druck geratenen Euro-Länder aufkaufen zu wollen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Die Volksrepublik hatte aber angegeben, Milliarden in Euro-Staatsanleihen investiert zu haben. Weil schätzungsweise ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sind, haben chinesische Politiker wiederholt ihre Unterstützung für die von der Schuldenkrise gebeutelte Währungsregion bekundet.

krk/rtr
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