Rettungspaket Bad Bank der HRE beteiligt sich an Griechen-Hilfe

Die Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate beteiligt sich am zweiten Rettungspaket für Griechenland. Für die Verluste, die durch Abschreibungen auf griechische Anleihen entstehen, muss der Steuerzahler einstehen. Die HRE reicht einen Teil ihrer Staatshilfen an die Bad Bank weiter.
Deutsche Pfandbriefbank: Die ehemalige HRE hat Problempapiere in Höhe von 173 Milliarden Euro in die Bad Bank "FMS Wertmanagement" ausgelagert. In deren Portfolio befinden sich auch griechische Anleihen - von denen nun ein Teil abgeschrieben wird

Deutsche Pfandbriefbank: Die ehemalige HRE hat Problempapiere in Höhe von 173 Milliarden Euro in die Bad Bank "FMS Wertmanagement" ausgelagert. In deren Portfolio befinden sich auch griechische Anleihen - von denen nun ein Teil abgeschrieben wird

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

München - Die FMS Wertmanagement beteilige sich mit knapp einer Milliarde Euro am Umtausch von Griechenland-Anleihen, teilte die Abwicklungsanstalt am Freitag in München mit. Das habe der Vorstand in Abstimmung mit dem Verwaltungsrat beschlossen.

An der neuen Griechenland-Rettung können sich auch private Gläubiger, also vor allem Banken, beteiligen. Zunächst war unklar, ob dies auf die FMS zutrifft, da sie dem Staat gehört - der aber seinerseits neue Hilfen für Athen auf den Weg bringen soll.

"Wir gehen davon aus, dass diese Maßnahme eine Stabilisierung bewirken wird und möchten deshalb natürlich einen Beitrag leisten", sagte FMS-Risikochef Christian Bluhm. Zudem dürften sich damit die Aussichten für eine vollständige Rückzahlung der restlichen Bestände an griechischen Anleihen deutlich verbessern. Derzeit verfüge die bundeseigene Anstalt über ein Gesamtvolumen von Anleihen und Krediten mit griechischen Schuldnern von 8,76 Milliarden Euro.

Die FMS Wertmanagement erhalte eine erste Tranche von 800 Millionen Euro, teilte der frühere Dax-Konzern Hypo Real Estate, der die Finanzkrise nur dank enormer staatlicher Hilfen überlebte, am Freitag in München mit. Weitere Zahlungen in gleicher Höhe seien noch möglich.

HRE peilt Reprivatisierung mit schwarzen Zahlen an, FMS übernimmt Verluste

Die HRE trägt damit staatlichen Auflagen Rechnung. Für die Übertragung gefährlicher Wertpapiere und Kredite an die FMS im Volumen von rund 175 Milliarden Euro im Oktober 2010 sind insgesamt bis zu 1,59 Milliarden als Ausgleich vorgesehen. Damit soll eine Wettbewerbsverzerrung verhindert werden. Innerhalb des HRE-Konzerns kommt das Geld von der Staatsfinanzierungstochter Depfa, die im Herbst 2008 mit akuten Liquiditätsengpässen die Krise auslöste.

Wichtig für die HRE ist, dass die Summen nicht ergebniswirksam verbucht werden müssen, sondern mit dem Eigenkapital verrechnet werden können. Damit wird der Konzern - und nicht nur das in der Deutschen Pfandbriefbank gebündelte zukunftsträchtige Geschäft - 2011 voraussichtlich wieder einen Gewinn ausweisen. Schwarze Zahlen gelten als Voraussetzung für eine Reprivatisierung in den nächsten Jahren. Weitere Zahlungen an die Bad Bank müssen geleistet werden, sofern die Depfa dadurch nicht in eine neuerliche Schieflage gerät.

Die FMS soll die von der HRE übernommenen Papiere in den kommenden Jahren wertschonend abbauen. Bereits in den ersten Monaten bis Dezember hatte die FMS Wertmanagement Verluste von gut drei Milliarden Euro verbucht und wird noch auf Jahre hinaus mit dem Abbau der Papiere beschäftigt sein - und könnte den Bund noch viele Milliarden Euro kosten. Dafür haftet am Ende der Steuerzahler.

la/ak/dpa-afx/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.