Keine gröberen Schäden Erdbeben an US-Ostküste verläuft glimpflich

Selbst das Weiße Haus wackelte, zahlreiche Regierungsgebäude wurden vorübergehend evakuiert. Doch das ungewöhnlich heftige Erdbeben an der amerikanischen Ostküste ist offenbar glimpflich verlaufen. Es gab keine schweren Schäden  - und auch ein US-Atomkraftwerk hat nun wieder Strom.
Folgen des Erdbebens an der US-Ostküste in einem Supermarkt in Mineral, Virginia: Bislang wurden außer Unordnung keine größeren Sachschäden gemeldet

Folgen des Erdbebens an der US-Ostküste in einem Supermarkt in Mineral, Virginia: Bislang wurden außer Unordnung keine größeren Sachschäden gemeldet

Foto: Steve Helber/ AP

Washington - Ein ungewöhnlich heftiges Erdbeben der Stärke 5,8 hat am Dienstag weite Teile der amerikanischen Ostküste erschüttert, ist aber anscheinend glimpflich verlaufen. Bis zum Abend (Ortszeit) gab es keine Berichte über ernste Verletzungen oder schwerere Schäden.

Allerdings seien bei einer Inspektion des Washington-Monuments im Herzen der Hauptstadt Risse im oberen Teil des Obelisks gefunden worden, wie der Fernsehsender CNN berichtete. Am Mittwoch sollte geprüft werden, wie sich das Denkmal am besten reparieren lasse.

Wegen der Erstöße waren in Washington zahlreiche Regierungsgebäude vorübergehend evakuiert worden. Auch das Weiße Haus wackelte, Mitarbeiter flüchteten ins Freie. Präsident Barack Obama hielt sich zur Zeit des Bebens gegen 14 Uhr nicht in der Bundeshauptstadt auf, stand aber in engem Kontakt mit seinen engsten Sicherheitsexperten.

Nach Angaben der Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum nahe der Ortschaft Mineral im US-Bundesstaat Virginia, rund 130 Kilometer südlich von Washington. Laut Medienberichten war es das stärkste Beben in der Region seit mehr als 100 Jahren und sogar noch im kanadischen in Toronto zu spüren.

Dennoch gab es anscheinend eher geringfügige Schäden. So waren im US-Fernsehen lediglich vereinzelte Bilder von zerstörten Schornsteinen, herabgestürzten Dachpfannen und aus Häuserwänden herausgebrochenen Ziegelsteinen vor allem in Virginia zu sehen. Nach Medienberichten ging zudem in zahlreichen Wohnstuben Porzellan zu Bruch.

Obama bekam Beben auf Golfplatz zu spüren

In Zentrum von Washington hatten am Nachmittag Tausende Menschen die Bürgersteige gefüllt, nachdem insbesondere mehrstöckige Häuser evakuiert worden waren. Auch das Außenministerium, das Hauptquartier der Bundespolizei FBI sowie große Teile des Kongressgebäudes wurden geräumt. In Arlington vor den Toren der Bundeshauptstadt flüchteten Tausende Menschen aus dem Pentagon, dem größten Behördengebäude der Welt, ins Freie.

Auch in Martha's Vineyard (Massachusetts), dem derzeitigen Urlaubsort von Obama, bebte die Erde - just, als sich der Präsident auf dem Golfplatz aufhielt. Obama ließ sich sofort über Telefon unterrichten und konferierte mit wichtigen Sicherheitsberatern.

Auf den Flughäfen in den Metropolen Washington, Baltimore, Philadelphia und New York normalisierte sich der Flugverkehr am Abend wieder, nachdem er zuvor für kurze Zeit gestoppt worden war. Auch die meisten Handys funktionierten wieder: Nach dem Beben war das Netz wegen völliger Überlastung stundenlang zusammengebrochen. In New York beruhigte Bürgermeister Michael Bloomberg auf einer Pressekonferenz die Einwohner, nachdem auch hier das Beben an den Nerven vieler Menschen gerüttelt hatte.

Entwarnung im amerikanischen Atomkraftwerk North Anna nach dem Erdbeben an der US-Ostküste: Die beiden Reaktoren bekommen nach mehreren Stunden mit Notversorgung wieder Strom. Bei der automatischen Abschaltung habe es keine Probleme gegeben, bekräftigte der Betreiber Dominion Virginia Power am späten Dienstagabend (Ortszeit).

wed/dpa-afx
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