Schweiz Regierung will angeschlagenen Firmen Milliarden schenken

Nach der Notenbank will jetzt auch die Schweizer Regierung gegen die Wirkung des starken Franken vorgehen: Der Bundesrat in Bern hat Geldgeschenke in Höhe von 1,8 Milliarden Euro für betroffene Branchen angekündigt - besonders die Export- und Tourismusindustrie leiden unter der teuren Währung.
Geldzählmaschine in Bern: Teures Schweizer Pflaster dank starkem Franken

Geldzählmaschine in Bern: Teures Schweizer Pflaster dank starkem Franken

Foto: PASCAL LAUENER/ REUTERS

Bern - Die Schweizer Regierung und die Notenbank des Landes gehen gemeinsam gegen den starken Franken vor. Nach längerem Zögern rang sich die Regierung, der Bundesrat, am Mittwoch durch, zwei Milliarden Franken (derzeit 1,74 Milliarden Euro) in die von einem Einbruch bedrohten Branchen zu pumpen.

Vor allem Exportunternehmen und Tourismusbetriebe sollen damit finanziell gestützt werden - auf Kosten aller anderen Schweizer Bürger. Stärken will der Bundesrat aber auch die Forschung und Infrastruktur des Landes. Die Regierung wolle mit den zwei Milliarden Franken möglichst viele Arbeitsplätze retten, sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amman. In einzelnen Wirtschaftsbereichen sei die Lage kritisch, hieß es.

Die Pläne der Regierung müssen noch vom Parlament gebilligt werden, wo es am Mittwoch bereits deutliche Kritik gab. Bis zum Herbst will die Regierung einen Vorschlag vorlegen, wie die Mittel genau eingesetzt werden sollen.

Hintergrund der Aktionen ist der Umstand, dass der starke Franken auch auf das Preisgefüge in der Schweiz drückt. In den grenznahen Regionen kaufen die Konsumenten lieber im Euroraum, obwohl dort auch der Schweizer Einzelhandel vereinzelt bereits seine Waren zum Eurokurs anbietet. Exportorientierte Schweizer Unternehmen leiden derzeit extrem unter der Stärke der heimischen Währung.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hatte am Mittwoch angekündigt, die Liquidität auf dem Geldmarkt nochmals deutlich erhöhen zu wollen. Bereits zum dritten Mal greift die Notenbank zu diesem Instrument, um den Franken nach unten zu drücken. Der Franken war in den vergangenen Monaten im Vergleich zum Euro im Aufwind, weil er als "sicherer Hafen" für Anleger in Krisenzeiten gilt.

lgr/dpa/Reuters
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