Schuldenkrise G7 stemmen sich gegen den Crash

Abstufung der USA, Schuldenkrise in der EU, Kursrutsch an den Börsen: Die G7-Staaten wollen für Liquidität sorgen und notfalls gemeinsam am Devisenmarkt intervenieren, um die Märkte zu beruhigen. Auch die G20 sichern ihre Unterstützung zu.
Weltweite Finanzmärkte: Verunsicherte Anleger nach der Abstufung der USA

Weltweite Finanzmärkte: Verunsicherte Anleger nach der Abstufung der USA

Foto: TIM WIMBORNE/ REUTERS

Frankfurt am Main - Die Vertreter der sieben führenden Industriestaaten (G7) versuchen, die Lage an den Finanzmärkten mit einer gemeinsamen Erklärung zu beruhigen. Die Länder seien sich einig, wenn nötig gemeinsam Liquidität und Stabilität an den Finanzmärkten zu gewährleisten und für Wirtschaftswachstum zu sorgen, teilten die Finanzminister und Notenbankchefs der G7 nach einer Telefonkonferenz am Montagmorgen mit.

Dabei schlossen sie auch gemeinsame Interventionen am Devisenmarkt nicht aus. Denn ungeordnete Wechselkursschwankungen schadeten der Wirtschaft und der Finanzstabilität. Zusammen mit den staatlichen Sparanstrengungen könnten diese Maßnahmen langfristig zu Nachhaltigkeit in den Staatshaushalten führen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, begrüßte die angekündigten Bemühungen der Staaten.

G20: Alle notwendigen Maßnahmen ergreifen

Auch die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer bemühten sich um eine Deeskalation der Lage und versprachen, die Finanzmärkte zu unterstützen. Man werde dafür alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Erklärung, die von Südkorea verbreitet wurde. Man bleibe in den kommenden Wochen in engem Kontakt und werde gegebenenfalls zusammenarbeiten. Demnach soll auch ein starkes Wirtschaftswachstum gefördert werden.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zudem angekündigt, ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen von Regierungen der Euro-Zone "aktiv umzusetzen". Bereits am Montag begann das Institut Händlern zufolge mit dem Kauf von spanischen und italienischen Anleihen. Die Sorge, dass Italien als drittgrößte Volkswirtschaft in Euro-Land sich nicht mehr am Markt finanzieren kann, steht derzeit im Zentrum der europäischen Schuldenkrise.

Die Sorgen über die Schuldenkrise in Europa und den USA hatten in den vergangenen Tagen die Börsen weltweit abstürzen lassen. Am Freitag nach Börsenschluss stufte die Ratingagentur Standard & Poor's dann erstmals in der Geschichte des Landes die Kreditwürdigkeit der USA von der Bestnote "AAA" auf "AA+" herab. Grund sind Zweifel an der Fähigkeit Washingtons, die massive Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

US-Finanzminister Timothy Geithner warf der Ratingagentur eine "schreckliche Fehleinschätzung" vor. S&P habe einen "verblüffenden Mangel an Kenntnissen in grundlegender US-Haushaltsmathematik" an den Tag gelegt und sei zu "genau dem falschen Schluss gekommen", sagte er dem Fernsehsender NBC. Trotz Rücktrittsforderungen aus den Reihen der Republikaner will Geithner weiter im Amt bleiben.

mg/afp
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