Staatsfinanzen in der Krise Spaniens Ministerpräsident verschiebt Urlaub

In Spanien wächst angesichts steigender Risikoprämien für Staatsanleihen die Nervosität. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero verschiebt seinen Urlaub, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Vom Arbeitsmarkt gibt es allerdings positiven Nachrichten.
Angekratzt: Das Vertrauen der Investoren in den Euro leidet - Anleihen von Krisenländern wie Spanien sind kaum noch gefragt

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Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Madrid - Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero verschiebt angesichts steigender Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen seinen Urlaub. Der Regierungschef werde erst später nach Andalusien verreisen, "um die Entwicklung der wirtschaftlichen Indikatoren näher zu verfolgen", teilte ein Regierungssprecher am Dienstag mit.

Die Risikoaufschläge auf spanische Staatsanleihen waren zuvor auf einen neuen Höchstwert von mehr als 400 Basispunkten geklettert. Die Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen stieg um 26 Basispunkte auf 6,47 Prozent, den höchsten Stand seit 1997.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Spanien im Juli allerdings dank eines positiven Einflusses der Tourismus-Industrie den vierten Monat in Folge gesunken. Trotz des Rückgangs seien aber weiterhin mehr als vier Millionen Menschen ohne Arbeit gewesen, berichtete das Arbeitsministerium am Dienstag in Madrid. Demnach sei die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Monatsvergleich um rund ein Prozentpunkt oder 42.100 Personen auf etwa 4,07 Millionen gesunken.

Das von der Schuldenkrise bedrohte Spanien verzeichnete in der ersten Jahreshälfte beim Tourismus einen starken Zuwachs. Nach Einschätzung der spanischen Notenbank zeigt der Tourismus eine "starke Dynamik". Laut offiziellen Angaben stieg die Zahl der Touristen in den ersten sechs Monaten im Jahresvergleich um 7,5 Prozent. Außerdem hätten die Besucher im Juni 10,3 Prozent mehr Geld ausgegeben als im Vorjahresmonat.

nis/rtr/dpa-afx
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