Nach Explosion Zypern bringt Finanzhilfe ins Gespräch

Nach Griechenland, Irland und Portugal könnte ein weiterer Euro-Staat um internationale Hilfe bitten - aber aus völlig anderem Grund: Zyperns Notenbankchef Athanasios Orphanides sieht die Wirtschaft des Landes in einer Notlage, weil eine Explosion das wichtigste Kraftwerk lahmlegte.
Wirtschaft lahmgelegt: Die Munitionsexplosion auf der Marinebasis "Evangelos Florakis" brachte das benachbarte Kraftwerk zum Stillstand

Wirtschaft lahmgelegt: Die Munitionsexplosion auf der Marinebasis "Evangelos Florakis" brachte das benachbarte Kraftwerk zum Stillstand

Foto: Katia Christodoulou/ dpa

Nikosia - Rund eine Woche nach der verheerenden Explosion in Zypern schlägt Notenbankchef Athanasios Orphanides Alarm. Das Land könne sich nach der schweren Beschädigung eines wichtigen Elektrizitätswerkes dazu gezwungen sehen, im Ausland um Finanzhilfe zu bitten, schrieb das EZB-Ratsmitglied in einem Brief an den zyprischen Präsidenten Demetris Christofias.

Weitere und entschlossenere Maßnahmen müssten ergriffen werden, um das Schlimmste zu verhindern - darunter auch ein Rettungsplan mit allem, was dieser für die Wirtschaft mit sich bringe. Zyperns Wirtschaft befinde sich in einer Notlage. Orphanides' Brief vom 18. Juli wurde auch an führende Politiker Zyperns geschickt.

Am Montag vor einer Woche hatte die Detonation beschlagnahmter iranischer Munition auf einem Marinestützpunkt das größte Elektrizitätswerk des Landes lahmgelegt. Es versorgt die halbe Insel mit Strom. Wegen seiner engen Verbindungen zum hoch verschuldeten Griechenland steht Zypern an den Finanzmärkten bereits unter Druck. Es ist das erste Mal, dass Orphanides eine internationale Rettung der Staatsfinanzen ins Gespräch bringt.

ak/rtr
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