Gebremstes Wirtschaftswachstum China beruhigt die Märkte

Die Gefahr einer "harten Landung" der chinesischen Wirtschaft scheint gebannt: Trotz der Bremsmanöver im Kampf gegen die hohe Inflation hat sich das Wirtschaftswachstum in China im zweiten Quartal nur geringfügig verlangsamt. Auf den asiatischen Finanzmärkten herrscht Erleichterung.
Hochkonjunktur in China: Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal "nur" um 9,5 Prozent, der geringste Zuwachs seit zwei Jahren

Hochkonjunktur in China: Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal "nur" um 9,5 Prozent, der geringste Zuwachs seit zwei Jahren

Foto: STRINGER SHANGHAI/ REUTERS

Peking - Das chinesische Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich im zweiten Quartal um 9,5 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, teilte das Nationale Statistikbüro mit. Das war zwar der geringste Zuwachs seit knapp zwei Jahren, doch wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen.

Zu Jahresbeginn hatte die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt noch um 9,7 Prozent zugelegt. "China ist es sehr gut gelungen, sein schnelles Wachstum trotz der komplexen und unbeständigen globalen Lage beizubehalten", sagte der Sprecher des Statistikamtes, Sheng Laiyun.

Das sehen auch Analysten so. "Das sind hervorragende Daten", sagte Liu Li-Gang von ANZ in Hongkong. Die Notenbank hat wegen der hohen Inflation ihren Leitzins seit Oktober in fünf Schritten angehoben, was Kredite für Konsum und Investitionen verteuert.

Anziehende Binnennachfrage schützt vor externen Schocks

Im Juni hatte die Inflation mit 6,4 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht, im ersten Halbjahr lag sie bei 5,4 Prozent. "Das Risiko eines starken Abschwungs ist gering", wies der Sprecher des Statistikamtes Sorgen über die Gefahr einer möglichen "harten Landung" in China zurück. Die Entwicklung sei "allgemein gut", versicherte der Sprecher.

Die anziehende Binnennachfrage schützt die Volksrepublik vor größerer Unbill von außen ab. Der Einzelhandel setzte im ersten Halbjahr 16,8 Prozent mehr um, während die Anlageinvestitionen um mehr als ein Viertel zulegten.

Ein weiterer Garant für den anhaltenden Aufschwung ist die Industrie. Ihre Produktion legte im Juni um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahrsmonat zu. Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet, nachdem es im Mai zu einem Plus von 13,3 Prozent gereicht hatte.

Ein drastischer Rückgang des Wachstums in der zweitgrößten Wirtschaftsnation hätte auch weitreichende Folgen für die Weltkonjunktur - gerade angesichts der Krise in einigen Euro-Ländern und der schwächelnden US-Wirtschaft. So beflügelten die Konjunkturdaten die Börsen in China, Hongkong und Japan.

mg/rtr/dpa-afx
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