Weltwährungsfonds Lagarde holt Chinesen in IWF-Führung

Der Weltwährungsfonds erkennt die wirtschaftliche Bedeutung Chinas nun mit einer Top-Personalie an. IWF-Chefin Christine Lagarde hat mit Min Zhu einen chinesischen Volkswirt zu einem ihrer Stellvertreter ernannt. Min hatte bereits zuvor eine wichtige Rolle inne.
Der chinesische Ökonom Min Zhu ist nun einer der Stellvertreter von IWF-Chefin Christine Lagarde

Der chinesische Ökonom Min Zhu ist nun einer der Stellvertreter von IWF-Chefin Christine Lagarde

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

Washington - China hat seinen ersten Top-Posten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten. Die neue IWF-Chefin Christine Lagarde ernannte gestern den Volkswirt Min Zhu zu einem ihrer Stellvertreter. Der Schritt wird als Hinweis darauf gesehen, dass der IWF der zunehmenden Bedeutung Chinas in der Weltwirtschaft Rechnung trägt.

Der 58-Jährige Min war Sonderberater des zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn. Zu ihrem neuen ersten Stellvertreter machte Lagarde den Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama, David Lipton. Der 57-Jährige folgt auf seinen Landsmann John Lipsky, der nach dem Rücktritt Strauss-Kahns zwischenzeitlich die IWF-Geschäfte geführt hatte und dessen Amtszeit Ende August ausläuft. Damit hat das seit Gründung des Währungsfonds vor mehr als 60 Jahren geltende ungeschriebene Gesetz, wonach die Europäer den IWF-Chef und die USA den ersten Stellvertreter stellen, weiter Gültigkeit.

Die Französin Lagarde hatte vergangene Woche ihre Arbeit als Direktorin des IWF aufgenommen. Die frühere französische Finanzministerin hatte sich im Auswahlverfahren gegen den Mexikaner Agustín Carstens durchgesetzt. Ihr Vorgänger Strauss-Kahn war Mitte Mai nach einer Festnahme unter dem Verdacht der versuchten Vergewaltigung eines Zimmermädchens zurückgetreten.

wed/rtr/afp
Mehr lesen über