Chefsuche beim IWF Fischer ist aus dem Rennen

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde hat nur noch einen Konkurrenten im Kampf um den Spitzenposten beim Internationalen Währungsfonds. Sie tritt gegen Mexikos Notenbankchef Agustín Carstens an. Stanley Fischer aus Israel wurde nicht zugelassen - wegen seines Alters.
Die Reihen lichten sich: Für den Chefposten beim IWF kommen nur noch zwei Kandidaten infrage

Die Reihen lichten sich: Für den Chefposten beim IWF kommen nur noch zwei Kandidaten infrage

Foto: epa Robert Ghement/ picture-alliance/ dpa

Washington - Im Rennen um die Spitze beim Internationalen Währungsfonds sind nach einer Mitteilung des IWF nur noch der mexikanische Notenbankchef Agustín Carstens und die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Wie die UN-Sonderorganisation am Montag in Washington mitteilte, werde der IWF diese beiden Kandidaturen prüfen. Als Favoritin gilt Lagarde.

Der israelische Zentralbankchef Stanley Fischer, der seine Kandidatur am Samstag bekanntgegeben hatte, wurde in der Erklärung nicht erwähnt. Fischer äußerte sich am Dienstag enttäuscht und erklärte, er sei wegen seines Alters disqualifiziert worden. Fischer ist 67 Jahre alt, das Höchstalter eines IWF-Chefs bei seinem Amtsantritt wurde auf 65 Jahre festgelegt. Darüber hinaus steht an der Spitze des IWF traditionell ein Europäer; Fischer ist US-Bürger.

Der Verwaltungsrat des IWF werde sich mit Lagarde und Carstens treffen und dann die Stärken der Kandidaten diskutieren und eine Entscheidung treffen. Ziel sei es zum 30. Juni einen neuen IWF Chef zu haben, hieß es in der Erklärung weiter.

Kritik aus Schwellenländern

Die Neubesetzung des Postens war nach dem Rücktritt von Dominique Strauss-Kahn nötig geworden. Der Franzose Strauss-Kahn steht im Verdacht, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel sexuell attackiert zu haben. Auf ihn kommt ein Gerichtsverfahren wegen versuchter Vergewaltigung zu.

Als klare Favoritin auf den IWF-Chefposten aber gilt die Französin Lagarde. Viele meinen, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Die Unterstützung der Europäer für Lagardes Bewerbung gilt als sicher, auch die Länder Afrikas stehen offenbar mittlerweile geschlossen hinter der Französin.

Dagegen hielten sich bislang vor allem Indien und China zurück. Die USA als größter Anteilseigner hatten sich bis zuletzt nicht dazu geäußert, wen sie bevorzugen. Nach bisheriger Tradition wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank als Schwesterorganisation dagegen von einem US-Amerikaner. Gegen diese Regelung gibt es aber zunehmend Kritik aus den aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien und Südamerika.

Der IWF ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der Währungsfonds eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der IWF Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. Außerdem entsendet er Teams in Schuldnerländer, die deren Fortschritte überprüfen.

nis/dpa-afx/dapd

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