Mittwoch, 18. September 2019

Gipfeltreffen G8-Länder streben aus der Schuldenfalle

G8-Treffen: Die Mächtigen, die sich in Deauville treffen
AFP

Die G8-Länder wollen mit aller Macht heraus aus der Schuldenfalle, in der mit den USA auch die größte Volkswirtschaft der Welt sitzt. Die Weltwirtschaft brauche neue Wachstumstreiber: Dabei spiele auch "grünes Wachstum" eine wichtige Rolle.

Deauville - Die sieben führenden Industrieländer und Russland versicherten in der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffens im französischen Deauville, alles zu tun, um Nachhaltigkeit und Stabilität ihrer öffentlichen Finanzen zu verbessern. Dabei verpflichteten sich die USA, die derzeit an die Obergrenze ihrer Staatsverschuldung stoßen, ein "klares und glaubwürdiges, mittelfristig angelegtes Rahmenprogramm" zur Haushaltskonsolidierung vorzulegen.

Die Maßnahmen müssten allerdings mit dem Wachstumsziel der Schaffung von Arbeitsplätzen im Einklang stehen. In dem schleppenden Aufschwung ist der Arbeitsmarkt in den USA eines der größten Probleme.

Die Europäer hätten bereits ein umfassendes Paket einschneidender Maßnahmen ergriffen, um die Schuldenkrise in einigen Euro-Ländern in den Griff zu bekommen, hieß es in der Gipfelerklärung. Sie versprachen, einen rigorosen finanzpolitischen Gesundungskurs durchzuhalten. Zugleich gehe es um Strukturreformen zur Wachstumsstärkung.

Japans kostspieliger Wiederaufbau

Auch das seit Jahren immens verschuldete Japan will die nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Finanzen nicht aus den Augen verlieren. Das gelte, obwohl das Land als Folge der Natur- und Nuklearkatastrophen der jüngsten Vergangenheit vor einem kostenreichen Wiederaufbau steht. Japan hat durch das Jahrhundertbeben im März einen schweren Rückschlag erlitten.

Nach der Ratingagentur S&P warnte am Freitag auch Fitch die drittgrößte Volkswirtschaft davor, dass die Note für ihre Kreditwürdigkeit wegen der kaum absehbaren Kosten für den Wiederaufbau gefährdet sei.

Erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft

Die Einschätzung der weltwirtschaftlichen Entwicklung fiel angesichts der großen Schuldenprobleme zurückhaltend aus. Zwar werde der Aufschwung kräftiger. Die globale Wirtschaft befinde sich aber in schwierigem Fahrwasser und es gebe erhebliche Risiken, die die Entwicklung beeinträchtigen könnten. Die Weltwirtschaft brauche neue Wachstumstreiber.

Die Wachstumspotenziale müssten durch Forschung, Ausbildung und Innovation vergrößert werden. Hier spiele das Internet, mit dem sich die G8 eingehend befasst, eine bedeutende Rolle. Die Gruppe spricht sich zudem ausdrücklich für ein "grünes Wachstum" mit mehr Nachhaltigkeit aus, damit die Klimaprobleme nicht noch weiter angeheizt würden.

Weiterhin Sorge bereiten der G8 die starken Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft. Die Bemühungen für ein ausgewogeneres Wachstum laufen allerdings inzwischen nicht mehr in der G8, sondern in der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer, der G20.

la/reuters

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