US-Präsidentenwahl 2012 Gingrich will gegen Obama antreten

Das republikanische Urgestein Newt Gingrich will US-Präsident Barack Obama bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr herausfordern. Der Politiker hatte sich bereits in den 90er Jahren erbitterte Wortgefechte mit Demokrat Bill Clinton geliefert.
Republikaner Gingrich: "Es gibt einige Leute, denen es nichts ausmacht, Amerika zu ruinieren, solange sie den Ruin dominieren"

Republikaner Gingrich: "Es gibt einige Leute, denen es nichts ausmacht, Amerika zu ruinieren, solange sie den Ruin dominieren"

Foto: Alex Brandon/ AP

Washington - Der konservative Gegenspieler von Bill Clinton in den 90er Jahren, Newt Gingrich, gab über Twitter und YouTube seine Kandidatur für eine Bewerbung um das Amt des US-Präsidenten bekannt. In einer Umfrage von Reuters und dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos liegt der 67-Jährige in der Gunst der Wähler 18 Prozentpunkte hinter Obama.

In einem Interview des TV-Senders Fox griff Gingrich Obama insbesondere für dessen wirtschaftspolitischen Kurs an. "Wir müssen das Argument vorbringen, dass Präsident Obama die falsche Politik verfolgt, und sie führt zu den falschen Ergebnissen, erklärte er. "Es ist ganz einfach: 9 Prozent Arbeitslosigkeit ist ein falsches Ergebnis." Zuvor hatte er bereits harsche Worte für die Demokraten gefunden: "Es gibt einige Leute, denen es nichts ausmacht, Amerika zu ruinieren, solange sie den Ruin dominieren."

Gingrich wurde in den 90er Jahren bekannt, als er die "Republikanische Revolution" ausrief und Präsident des Repräsentantenhauses wurde. Mit Clinton und dessen Regierungsmannschaft lieferte er sich damals eine erbitterte Haushaltsschlacht. Auch diesmal setzt er auf klassisch konservative Inhalte, etwa niedrige Steuern, einen ausgeglichenen Haushalt und weniger Einfluss der Regierung.

Bevor Gingrich jedoch im direkten Duell gegen Obama antreten kann, muss er sich noch in den Vorwahlen seiner eigenen Partei behaupten. Dort wird er auf politische Schwergewichte wie den US-Geschäftsmann und ehemaligen Gouverneur Mitt Romney treffen, der seine Kandidatur wohl in diesem Sommer festmachen wird. Romney war 2008 bei den Vorwahlen der Republikaner gegen John McCain ausgeschieden, der bei der Präsidentenwahl gegen Obama verlor.

Auch frühere Gouverneure wie Mike Huckabee, Tim Pawlenty und Sarah Palin sowie andere Abgeordnete, Senatoren und Geschäftsleute wie Donald Trump loten derzeit eine Kandidatur aus oder haben Interesse daran bekundet. Parallel zu der Präsidentenwahl werden im November 2012 das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt.

mg/rtr
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